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USA reagieren mit Raketen auf Giftgasangriff

Vergeltung in Syrien USA reagieren mit Raketen auf Giftgasangriff

Dutzende Menschen starben am Dienstag bei einem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien. Die USA übten in der Nacht zu Freitag Vergeltung: Sie feuerten 59 Raketen auf einen Luftwaffenstützpunkt ab.

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Als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgasangriff haben die USA einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien attackiert.

Quelle: dpa

Washington/Damaskus. Das US-Militär hat erstmals eine Luftwaffenbasis der syrischen Regierung angegriffen. 59 Raketen vom Typ Tomahawk schlugen in der Nacht zum Freitag auf dem Flugplatz Al-Schairat unweit von Homs ein. Nach US-Angaben soll von diesem Militärgelände vor drei Tagen der verheerende Giftgasangriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Chan Scheichun gestartet worden sein.

Nach offiziellen Angaben der syrischen Regierung habe es nach dem Angriff sechs Tote und Dutzende Verletzte gegeben. Das erklärte der Gouverneur der Provinz Homs, Talal Barasi am Freitagmorgen. Feuerwehr und Rettungshelfer seien im Einsatz, um das Feuer zu löschen und Opfer zu bergen. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von mindestens vier Toten. Unter den Opfern sei ein General. Außerdem habe die Attacke in der Provinz Homs große Schäden angerichtet und mehr als zwölf Hangars, ein Treibstofflager und eine Basis der Luftverteidigung beschädigt. Das syrische Staatsfernsehen hatte zunächst von Verlusten gesprochen.

Die „amerikanische Aggression“ verstoße gegen internationale Gesetze und untergrabe den Kampf Syriens gegen den Terrorismus. Die USA seien zu einem Partner der Terrormiliz Islamischer Staat und des syrischen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida geworden. Der angebliche Chemieangriff auf die Stadt Chan Scheichun sei nur ein Vorwand gewesen, hieß es am Freitag in einer Erklärung der Militärführung in Damaskus.

Das Al-Schairat Flugfeld in Syrien wurde in der Nacht zu Freitag Ziel eines Luftangriffs der USA

Das Al-Schairat Flugfeld in Syrien wurde in der Nacht zu Freitag Ziel eines Luftangriffs der USA.

Quelle: dpa

„Der Giftgasangriff war ein barbarischer Akt“

Präsident Donald Trump warf dem syrischen Regime vor, mit dem Einsatz von Chemiewaffen gegen internationale Verpflichtungen verstoßen zu haben: „Der Giftgasangriff war ein barbarischer Akt.“ Der Angriff sei für die nationale Sicherheit wichtig gewesen, betonte Trump.

Trump, der seit Donnerstagabend mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping auf seinem privaten Anwesen Mar-a-Lago in Florida über die bilaterale Handelspolitik verhandelt, hatte bereits unmittelbar nach dem Kriegsverbrechen militärische Schritte gegen das Assad-Regime angedeutet. Beobachter in Washington hatten zunächst jedoch nicht mit einer so schnellen Reaktion gerechnet, da der Kongress offenbar nicht in die Entscheidung einbezogen wurde. In einer kurzen Erklärung sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit): „Ich rufe heute alle zivilisierten Nationen auf, sich uns anzuschließen.“ Der Krieg in Syrien müsse schleunigst beendet werden.

In der Nacht veröffentlichte das Pentagon Aufnahmen des Raketenabschusses aus dem Mittelmeer.

Tillerson erhebt schwere Vorwürfe gegen Russland

Auch ein Sprecher des Pentagons meldete sich in der Nacht zum Freitag zu Wort und betonte, dass Amerika den Einsatz von Giftgas nicht tolerieren werde. Um auszuschließen, dass russische Soldaten durch den Luftschlag getroffen werden, habe das Verteidigungsministerium Moskau zuvor über den Angriff informiert. Ob die russische Regierung ihre syrischen Verbündeten ebenfalls vor dem drohenden Bombardement warnte, war in der Nacht zu Freitag zunächst unklar.

Unterdessen erhob US-Außenminister Rex Tillerson schwere Vorwürfe gegen Russland. Russland habe in seiner Verantwortung versagt. Er verwies auf Zusagen Russlands, chemische Waffen in Syrien zu sichern und zu zerstören. Die USA hätten vor dem Luftangriff keine Kontakte mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gehabt.

Opposition unterstützt Angriff

Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion auf den US-Angriff. Erst am Freitagmorgen reagierte der russische Staatschef und verurteilte den Angriff. „Präsident Putin hält die amerikanischen Angriffe für eine Aggression gegen einen souveränen Staat, gegen das Völkerrecht, dazu noch mit einem erdachten Vorwand“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau. Russland ist der wichtigste Verbündeter des syrischen Staatschefs Assad. Seit September 2015 fliegt Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien. Sie richten sich gegen die Terrormiliz IS ebenso wie gegen Rebellen, die mit der Terrormiliz verfeindet sind.

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, soll die syrische Opposition den Angriff ausdrücklich unterstützen.

Die Koalition der Opposition hoffe auf weitere Luftangriffe, sagte deren Sprecher Ahmad Ramadan. Die Einsatzfähigkeit der Luftwaffe von Machthaber Baschar al-Assad müsse dringend zerstört werden, so Ramadan.

Von RND/Stefan Koch/are/dpa

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