Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° bedeckt

Navigation:
Verteidigungspolitiker erwartet mehr Bundeswehr-Einsätze

Nach der US-Wahl Verteidigungspolitiker erwartet mehr Bundeswehr-Einsätze

Im Wahlkampf hat Trump die Bündnispflichten in Frage gestellt. Die Nato-Partner sollten für militärischen Schutz zahlen. Nach seinem Wahlsieg beginnt die Debatte über die Folgen für Europa.

Berlin. Nach dem Wahlsieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl könnten auf Europa größere Rüstungsausgaben zukommen. Der Verteidigungspolitiker Henning Otte (CDU) rechnet mit größeren Aufgaben für die Bundeswehr.

„Wir können uns weniger darauf verlassen, dass die USA sich in den Krisengebieten der Welt engagieren und damit auch zur Sicherheit hier in Europa beitragen“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag der Deutschen Presse-Agentur. „Das wird mehr Einsätze für die Europäer bedeuten, speziell für die Rahmennation Deutschland“, fügte er hinzu.

Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker forderte in einer Rede in Berlin mehr europäische Verantwortung in der Verteidigungspolitik - „bis hin zum Ziel der Einrichtung einer europäischen Armee“. Unabhängig vom Wahlausgang in den USA müsse man sich von der Vorstellung verabschieden, die Amerikaner seien für die Sicherheit Europas zuständig. „Das müssen wir schon selbst tun“, sagte Juncker in Berlin.

Die „Europa-Rede“ eines der drei höchsten Repräsentanten der EU in Berlin erinnert seit 2010 regelmäßig am 9. November an den Mauerfall 1989, der ein ungeteiltes Europas möglich gemacht hat.

Angesichts des Wahlsieges Trumps sagte Juncker: „Wir sollten uns sehr bemühen, das transatlantische Verhältnis in Ordnung zu halten.“ Die Welt brauche den „engen Schulterschluss“ zwischen den USA und Europa.

Auch Otte ist davon überzeugt, der neue US-Präsident wisse, dass Deutschland ein verlässlicher Partner sei. Auf dieser Basis sei mit einer weiterhin guten Kooperation „mit unserem wichtigen Verbündeten USA“ zu rechnen, sagte der Christdemokrat.

Trump hatte im Wahlkampf gefordert, Verbündete wie Deutschland oder Japan müssten für den militärischen Schutz durch die USA bezahlen. Außerdem betonte er: „Wir können nicht die Weltpolizisten sein.“

Unterdessen reagierten Rüstungswerte auf beiden Seiten des Atlantiks mit rasanten Kurssprüngen auf das US-Wahlergebnis. Trump habe bereits weitere 90 000 Soldaten, 42 zusätzliche Schiffe und 100 weitere moderne Kampfflugzeuge sowie ein besseres nukleares und raketengestütztes Abwehrsystem angekündigt, sagte ein Händler.

Experten sehen nach dem Wahlsieg Trumps nicht nur für die US-Rüstungsbranche große Marktchancen. Seine Forderung nach höheren Verteidigungsausgaben der europäischen Nato-Partner könne auch den Rüstungsunternehmen diesseits des Atlantiks bessere Geschäfte bescheren, sagte ein Branchenkenner.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Nach der Entscheidung

Die USA entscheiden über Hillary Clinton oder Donald Trump. Der Rest der Welt muss zuschauen, hat aber trotzdem seine ganz eigenen Erwartungen. Ein Überblick.

mehr
Mehr aus Politik
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.