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00:00 31.08.2013
Berlin

Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schaltet privat gerne schon mal ab. Ihren Urlaub verbringt sie des Öfteren in der familieneigenen Berghütte, wo es keinen Handyempfang gibt. Jetzt hat die Ministerin, der das Thema schon seit langem am Herzen liegt, auch in ihrem Ministerium Ernst gemacht. Führungskräfte dürfen ihre Untergebenen künftig nur noch in „begründeten Ausnahmefällen“ nach Feierabend anrufen oder per E-Mail belästigen. Zugleich soll keiner Nachteile befürchten müssen, der außerhalb seiner Arbeitszeit sein privates oder Diensthandy abschaltet oder seine Mails nicht abruft. Der Sonntag oder der Urlaub sind grundsätzlich tabu, sofern der Betreffende nicht gerade Bereitschaftsdienst hat.

„Gerade für die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die über Handy und Internet praktisch von überall aus arbeiten könnten, war es enorm wichtig zu wissen, wann sie erreichbar sein müssen und wann nicht“, sagte von der Leyen zu der Dienstvereinbarung, die erst nach anderthalbjährigen Verhandlungen zwischen der Beschäftigtenvertretung und der Hausleitung zustande gekommen war.

Schon seit längerem gibt sich von der Leyen als Vorkämpferin gegen die zunehmende Beanspruchung vieler Beschäftigten rund um die Uhr. Die Daten der Krankenkassen sind alarmierend: Laut dem TK-Gesundheitsreport haben Krankschreibungen aufgrund psychischer Störungen wie Depressionen, Belastungs- und Angststörungen seit 2006 um 75 Prozent zugenommen. Die AOK verzeichnet seit 1994 einen Anstieg um 120 Prozent. Jeder sechste Fehltag bei der TK, jeder zehnte bei der AOK ist mittlerweile psychisch bedingt. Nach einer Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK erhält mehr als jeder dritte Beschäftigte häufig Anrufe oder E-Mails außerhalb der Arbeitszeit, zwölf Prozent nehmen Arbeit mit nach Hause, mehr als ein Zehntel arbeitet auch an Sonntagen.

Viele Unternehmen haben das Problem erkannt und Regeln für einen Feierabend ohne Nachfragen vom Chef aufgestellt. So schaltet VW zwischen 18:15 Uhr und 7 Uhr grundsätzlich die Weiterleitung von E-Mails auf Diensthandys der Beschäftigten ab. Beschränkungen gibt es auch bei Telekom, BMW, Eon und Puma.

Antje Schroeder

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