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Wanka: Wirtschaft muss bei Flüchtlings-Ausbildung mehr tun

Berlin Wanka: Wirtschaft muss bei Flüchtlings-Ausbildung mehr tun

Zehntausende junge Geflüchtete sollen mit einer Berufsausbildung für den deutschen Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Die Bildungsministerin freut sich, dass im Handwerk schon einiges passiert. Wanka spricht aber auch Probleme an.

Berlin. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka verlangt von der Wirtschaft mehr Engagement bei der beruflichen Bildung von Flüchtlingen. „Wir wollen, dass diese jungen Menschen in eine berufliche Ausbildung kommen. Das ist für den Einzelnen wichtig und auch für die Volkswirtschaft“, sagte die CDU-Politikerin.

„Aber da ist noch viel zu tun in der deutschen Wirtschaft nach den anfänglichen Erwartungen und vollmundigen Ankündigungen“, so Wanka. Die Bildungsministerin betonte zugleich: „Mit dem Handwerk klappt das schon gut.“ Sie verwies darauf, dass dessen Zentralverband und der Bund gemeinsam ein Programm für 10 000 Lehrstellen aufgelegt hätten. „Dafür kommen auch Anträge von Kammern aus Regionen, die ansonsten Probleme bei der Gewinnung von Lehrlingen haben. Das ist genau der gewünschte Effekt.“

Anfang Februar hatten die Ministerin, die Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Zentralverband des Handwerks das Qualifizierungsprogramm vorgestellt, für das die Regierung in den nächsten beiden Jahren 20 Millionen Euro ausgeben will. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf das Ministerium berichteten, haben Handwerksbetriebe und BA inzwischen gut 6000 Plätze für Flüchtlinge in überbetrieblichen Bildungsstätten bereitgestellt.

Wanka wirft Konzernen und Industrie nicht zum ersten Mal mangelnden Einsatz für die berufliche Qualifizierung jugendlicher Flüchtlinge vor. Ende Juli sagte die Ministerin dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, sie habe sich über „die Blauäugigkeit mancher Wirtschaftsbosse geärgert“ - denn diese hätten so getan, als würden Flüchtlinge die demografischen Probleme und den Fachkräftemangel in Deutschland lösen.

Wanka sagte der dpa, es gebe derzeit noch „kein verlässliches Zahlenbild“ zu den Qualifikationen der 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge. „Nach den Selbstauskünften ist es wohl so, dass 25 Prozent der Asylantragsteller keinen Schulbesuch absolviert haben oder nur die Grundschule.“

Wie Wanka sieht auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) noch Defizite bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. „Betriebe dürfen nicht warten, bis sie passgenau einsetzbare Geflüchtete vermittelt bekommen. Sie müssen mehr tun, um Geflüchteten eine Chance für den Einstieg zu geben“, sagte Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach den Funke-Zeitungen. Die Bundesbeauftragte für Integration, Aydan Özoguz (SPD), sagte: „Wir wissen, dass am Ende ein fester Arbeitsplatz einer der wichtigsten Ansätze ist, um hier heimisch zu werden und Akzeptanz zu finden.“

Nach Auskunft von BA-Chef Frank-Jürgen Weise sieht die gemeinsame Qualifizierungsinitiative vor, dass die Bundesagentur zunächst Qualifikationen und Sprachkenntnisse mit Interviews und Probearbeiten sichtet, um eine Vorauswahl treffen zu können. Das Ministerium bereitet Bewerber in überbetrieblichen Ausbildungsstätten vor, später übernimmt dann das Handwerk. Das Programm zielt auf Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge, aber auch auf Geduldete.

dpa

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