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22:34 06.11.2017
Ex-Bundespräsident Christian Wulff Quelle: dpa
Berlin

Der 58-jährige „Bundespräsident a. D.“ kam am Mittag zum Gedankenaustausch in die Regierungszentrale, diesmal in seiner neuen Funktion als Chef der Deutschlandstiftung Integration, deren Schirmherrin die CDU-Vorsitzende ist. Wulff bedankte sich freundlich für „die treue Unterstützung der Kanzlerin“, posierte mit Merkel und den anderen Stiftungsspitzen zum Erinnerungsfoto.

Lange war es still gewesen um den Niedersachsen. 2010 mit 51 Jahren zum jüngsten Bundespräsidenten aller Zeiten gewählt und nach nur 598 Tagen im Schloss Bellevue gescheitert, musste er seine neue Rolle erst finden. Er hat Anspruch auf etwa 240 000 Euro Ehrensold im Jahr, auf Dienstwagen, Sicherheit und Büro. Längst arbeitet er wieder als Rechtsanwalt, ist ein gefragter Redner, führt ein Leben abseits der Tagespolitik, aber mit vollem Terminkalender.

Dann und wann übernimmt er noch offizielle Aufgaben: So wie Ende Oktober, als er zur Beisetzung des thailändischen Königs Bhumibol reiste. Großburgwedel, Bangkok, Berlin oder Peking, wo er sich neuerdings für den Mittelstand starkmacht – so sieht Wulffs neues Leben aus. Die Zeiten in der ersten Reihe mit großem Protokoll und grellem Scheinwerferlicht sind allerdings vorüber.

Wulff hat neues Terrain betreten. Ein Altbundespräsident, der nach Ausscheiden aus dem Amt jünger ist als seine Vorgänger und Nachfolger – das hat es noch nie gegeben. Als im Sommer bekannt wurde, dass er für ein türkisches Modelabel (Yargici) arbeitet, folgte ein Sturm der Kritik. Der „Bundespräsident a. D.“ und seine Nebenjobs – ein Thema, das regelmäßig für Schlagzeilen sorgt.

Privat ist Wulff wieder glücklich. Nach vorübergehender Trennung haben er und Ehefrau Bettina kirchlich geheiratet. Häufig ist Wulff in Berlin. Es geht ihm auch um sein politisches Vermächtnis, um den einen Satz, der hängen geblieben ist aus seiner Zeit in Schloss Bellevue: dass auch der Islam aus seiner Sicht zu Deutschland gehört. Wo immer sich die Gelegenheit bietet, wiederholt Wulff seine Position.

Das Thema Integration bleibt ihm ein Herzensanliegen. „Viele junge Menschen bringen großartige Talente mit“, sagt er. 700 begabte Studenten und Auszubildende hat die Deutschlandstiftung bislang gefördert. Und für die weitere Arbeit versprach die Kanzlerin Wulff am Montag ihre volle Unterstützung.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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