Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Warum will Theresa May in Großbritannien Neuwahlen?
Nachrichten Politik Warum will Theresa May in Großbritannien Neuwahlen?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:52 19.04.2017
Die Silhouette der Houses of Parliament, Sitz des Parlaments des Vereinigten Königreichs. Premierministerin May will sich mit einer Neuwahl für die EU-Austrittsverhandlungen rüsten. Foto:
Anzeige
London

Monatelang bestand Theresa May darauf, dass die Briten erst 2020 wieder ein Parlament wählen werden. Jetzt machen sich auf der Insel viele über ihre 180-Grad-Wende lustig.

Die Premierministerin selbst besteht darauf, die Entscheidung für eine vorgezogene Neuwahl im Juni „widerwillig“ getroffen zu haben. Doch es gibt - aus ihrer Sicht - mehrere gute Gründe dafür.

RÜCKENWIND FÜR DIE EU-VERHANDLUNGEN: Die Premierministerin steht mit ihrem Mantra „Brexit heißt Brexit“ inzwischen für den EU-Austritt. Die Verhandlungen werden zäh und kompliziert werden, und es gilt als sicher, dass sie Großbritannien erst einmal einiges kosten werden - May will sich beim Volk ein Mandat dafür holen und die Stimmen der Kritiker im Parlament dämpfen.

KOMFORTABLERE MEHRHEIT: Die konservativen Tories regieren alleine, haben aber nur eine Mehrheit von 17 Stimmen. Wie schon ihr Vorgänger David Cameron hat May mit „Rebellen“ in den eigenen Reihen zu kämpfen, vor allem den ultra-konservativen Hardlinern. Eine größere Mehrheit würde Gruppierungen innerhalb der Tories-Fraktion schwächen.

GEGNER AM BODEN: Labour, die große Oppositionspartei, ist in desolatem Zustand - spätestens, seit die sozialdemokratische Basis den Parteilinken Jeremy Corbyn gegen den Willen seiner Fraktion an die Spitze gewählt hat. Nicht mal jeder sechste Brite traut ihm das Amt des Premiers zu, alles sieht nach einem klarem Sieg für May aus.

EIGENES MANDAT: Nicht May hat die jüngste Wahl gewonnen, sondern David Cameron. Nach dem Brexit-Referendum ging sie aus einem ziemlich unschönen Machtkampf als seine Nachfolgerin hervor. An ihrer Machtstellung zweifelt zwar niemand - trotzdem würde ein Wahlsieg ihre Position noch einmal stärken.

BESSER JETZT ALS SPÄTER: Wer weiß, was 2020 ist? Bis dahin könnte Labour einen neuen Chef haben und sich berappeln, die britische Wirtschaft könnte nach dem Brexit straucheln, die Stimmung im Land könnte gekippt sein. Wenn am 8. Juni gewählt wird, haben Mays Tories die Macht bis 2022.

dpa

Mehr zum Thema

Paukenschlag in London: Premierministerin May ruft die Briten vorzeitig zu den Wahlurnen. Sie erhofft sich davon noch mehr Rückhalt für ihren Brexit-Kurs im Parlament.

18.04.2017

Theresa May (60) hat sich in ihrer politischen Karriere oft wandlungsfähig, geschickt - aber nicht immer eindeutig gezeigt.

18.04.2017
Politik Die wichtigsten Etappen - Was seit dem Brexit-Votum geschah

Am 23. Juni 2016 stimmten die Briten für den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union. Was seitdem geschah: 24.

18.04.2017

Die britischen Abgeordneten sollen den Weg für vorgezogene Neuwahlen freimachen. Damit will sich Regierungschefin May innenpolitisch und für den Brexit stärken. Was bedeutet das für die Verhandlungen?

19.04.2017

Genialer Coup oder Risiko-Spiel? Die britischen Abgeordneten sollen den Weg für vorgezogene Neuwahlen freimachen. Damit will sich Regierungschefin Theresa May für die Brexit-Verhandlungen stärken.

19.04.2017

AfD-Vorstandsmitglied André Poggenburg hält es wegen der andauernden Streitigkeiten in seiner Partei für möglich, dass die AfD noch vor der Bundestagswahl einen neuen Vorstand wählt.

19.04.2017
Anzeige