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18:23 16.02.2017
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Bonn

Es wird eins der größten politischen Gipfeltreffen, die Deutschland je erlebt hat. Am 7. und 8. Juli kommen die Staats- und Regierungschefs der „Gruppe der 20“ in Hamburg zusammen. Vorgeschaltet sind mehrere Ministertreffen - zum Beispiel am Donnerstag und Freitag in Bonn, wo sich die Außenminister treffen.

Wer gehört zur G20?

Der „Gruppe der 20“ gehören die Europäische Union und die 19 führenden Industrie- und Schwellenländer an: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, die Türkei und die USA. Die Gruppe repräsentiert zwei Drittel der Weltbevölkerung, mehr als 80 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 80 Prozent des Handels.

Wer nimmt sonst noch an den Gipfeln teil?

Zu jedem Gipfel werden Gastländer eingeladen. Regelmäßig ist Spanien dabei, hinzu kommen in diesem Jahr Norwegen, die Niederlande und Singapur ebenso wie die Afrikanische Union (AU), die Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) und die Organisation Neue Partnerschaft für die Entwicklung Afrikas (Nepad). Daneben nehmen mehrere weitere große internationale Organisationen teil: die Vereinten Nationen, der Internationale Währungsfonds, die Weltbank, die Welthandelsorganisation WTO, der Finanzstabilitätsrat, die Internationale Arbeitsorganisation ILO und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD.

Warum treffen sich vorher die Außenminister?

Es finden vor dem Gipfel mehrere Ministertreffen statt. Den Anfang machten im Januar die Agrarminister. Wichtig ist vor allem das Finanzministertreffen Mitte März in Baden-Baden. Die G20-Außenminister treffen sich erst zum zweiten Mal - nach einem mäßig erfolgreichen Versuch 2012 in Mexiko, als nur die Hälfte der Minister teilnahmen. In Bonn sind 17 von 19 Außenministern dabei sowie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

Seit wann gibt es die G20?

Die Gruppe wurde 1999 in Berlin gegründet - zunächst auf Ebene der Finanzminister. Ausgangspunkt war die Finanzkrise in Asien. Die Gipfeltreffen finden seit 2008 statt. Die G20 gilt seitdem als zentrales Forum der weltweiten wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Aber das Themenspektrum schließt grundsätzlich alle Bereiche der internationalen Politik ein.

Was kann die Gruppe bewirken?

Ihre Beschlüsse sind nicht bindend. Die G20 kann Entscheidungen nicht durchsetzen, sondern nur einen Kurs bestimmen oder politisch Schwung erzeugen. Der Wert der Gipfel liegt aber auch in den informellen bilateralen Treffen jenseits der offiziellen Tagesordnung.

Was ist der Unterschied zur G7?

Die in den 70er Jahren gegründete Gruppe sieben wichtiger Industrienationen versteht sich als westliche Wertegemeinschaft. Es fehlen aufstrebende Mächte wie China, Indien oder Brasilien, ohne die man bei vielen globalen Fragen nicht mehr weiterkommt. Russland war einige Jahre Mitglied in der G8, wurde wegen der Vereinnahmung der ukrainischen Krim aber aus dem Kreis wieder ausgeschlossen.

dpa

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