Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik Weiterer Trump-Mitarbeiter muss nach Gewaltvorwürfen gehen
Nachrichten Politik Weiterer Trump-Mitarbeiter muss nach Gewaltvorwürfen gehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:29 16.02.2018
Ein weiterer Mitarbeiter des Weißen Hauses ist nach Vorwürfen häuslicher Gewalt von seinem Posten zurückgetreten. Quelle: Michael Kappeler
Anzeige
Washington

Ein weiterer Mitarbeiter des Weißen Hauses ist nach Vorwürfen häuslicher Gewalt von seinem Posten zurückgetreten.

Der Redenschreiber David Sorensen werde die Regierungszentrale verlassen, hieß es in einer Stellungnahme des Weißen Hauses, aus der „Politico“ und die „Washington Post“ zitierten. Sorensen war Teil eines Umweltgremiums und arbeitete Stephen Miller zu, einem Berater von US-Präsident Donald Trump.

Laut dem Bericht der „Washington Post“ beschuldigt seine Ex-Frau Sorensen der häuslichen Gewalt. Sie gab demnach an, er habe sie während ihrer Ehe mehrfach physisch und psychisch misshandelt. Er wies die Vorwürfe zurück und beschuldigte seine Ex-Frau seinerseits, sich ihm gegenüber gewalttätig verhalten zu haben. In einer Nachricht an die Zeitung erklärte er, er habe seinen Rücktritt eingereicht, damit sich das Weiße Haus nicht mit der Angelegenheit herumschlagen müsse.

Es ist der zweite Rücktritt binnen weniger Tage. Erst am Mittwoch hatte Rob Porter - als „Assistent des Präsidenten für politische Koordination“ ein enger Mitarbeiter Trumps - seinen Posten verlassen, weil Vorwürfe zweier Ex-Ehefrauen publik wurden, die ihn wegen häuslichen Missbrauchs und Gewalt beschuldigen. Die Affäre um ihn belastet Trumps Stabschef John Kelly, der laut Berichten seit Monaten von den Vorwürfen gegen Porter gewusst haben soll. Porter, der unter anderem alle schriftlichen Informationen an den US-Präsidenten kanalisierte, galt als Kellys rechte Hand.

Unklar ist bislang, was Stabschef Kelly zu welchem Zeitpunkt gewusst hat. Sollten die Vorwürfe stimmen, stellt sich auch die Frage, wie ein Mann mit einer solchen Vergangenheit dem Präsidenten der USA in so hoher Position so nahe zuarbeiten kann. Und welche Rolle spielt Kommunikationschefin Hope Hicks, mit der der nun geschasste Porter eine Beziehung gehabt haben soll?

In seiner ersten öffentlichen Reaktion auf die Affäre wünschte Trump Porter am Freitag alles Gute. Dieser habe im Weißen Haus exzellente Arbeit geleistet. Trump sagte, er habe erst kürzlich von Vorwürfen erfahren. Porter habe darauf bestanden, dass er unschuldig sei.

Einigen Berichten zufolge soll Trump aber sehr wütend darüber gewesen sein, dass er von Kelly nicht in vollem Umfang über die Vorwürfe gegen Porter unterrichtet worden sei. Andere Berichte sagen, solche Anschuldigungen seien Trump eigentlich egal, davon habe auch Kelly ausgehen müssen, deshalb habe er den Präsidenten nicht unterrichtet.

Trumps Sprecher Raj Shah sagte am Donnerstag, Kelly habe in vollem Umfang erst am Mittwoch von Vorwürfen an Porter erfahren. Die beiden Frauen werfen Porter vor, sie vor mehreren Jahren körperlich und psychisch misshandelt zu haben. Seine erste Frau Colbie Holderness sagte der „Daily Mail“, er habe sie während ihrer fünfjährigen Ehe wiederholt geschlagen und gewürgt. Das Boulevardblatt veröffentlichte Fotos von Holderness mit offensichtlich blau geschwollenem Auge.

Shahs Angaben widersprechen unmittelbar Medienberichten, wonach Kelly seit Monaten von den Vorwürfen gegen Porter gewusst habe. Den Berichten zufolge wurden die Anschuldigungen dem FBI bekannt, als sie Porter - als hochrangigen Mitarbeiter des Weißen Hauses - routinemäßig in einem so genannten Background-Check überprüften.

Shah sagte, die Vorwürfe an Porters Adresse seien schockierend und sehr verstörend. Es sei aber auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass Porter sie wiederholt abgestritten habe. Der Sender CNN berichtete, beim Abfassen seines Statements habe ihm Hope Hicks geholfen - mit der er eine Beziehung hatte oder hat.

Laut Shah hat Kelly nichts von den FBI-Erkenntnissen gewusst: „Der Stabschef erhält keine detaillierten Updates darüber, was jemandem vorgeworfen wird oder nicht.“ US-Medien stellten die Glaubwürdigkeit dieser Aussage angesichts der Machtfülle eines Stabschef und der besonders akribischen Arbeitsweise Kellys in Frage.

Die „Daily Mail“ hatte am Dienstag aus einer Stellungnahme Kellys zitiert, in der er Porter als einen „Mann von wahrer Integrität“ sowie als „Freund und Vertrauten“ bezeichnete. Shah sagte, Kellys Haltung habe sich geändert, als im Verlauf des Mittwoch mehr Details über die Vorwürfe bekannt geworden seien.

Berichten zufolge hatte das Weiße Haus Porter allerdings noch am Mittwoch zum Bleiben aufgefordert. In Medienberichten wurde dem Weißen Haus vorgeworfen, man habe dort die Reihen schließen und Porters Fehlverhalten decken wollen.

Trump selbst habe nicht gewusst, dass Porter lediglich mit einer befristeten Sicherheitsgenehmigung im Weißen Haus gearbeitet habe, sagte Shah. Er wollte nicht sagen, wie viele Mitarbeiter im Weißen Haus mit einer solchen Genehmigung arbeiteten.

dpa

Hochschulsponsoring in einer neuen Dimension: Die Stiftung des Lidl-Gründers Dieter Schwarz finanziert der Technischen Universität München 20 Professuren auf einmal. Ein Dammbruch, kritisiert unser Gastautor.

10.02.2018

Nicht nur die SPD hat so ihre Probleme mit der Aussicht auf weitere vier Jahre große Koalition. Auch in der CDU rumort es gewaltig. Sind es bei der SPD die Inhalte, geht es bei der CDU um die Personalien. Fraktionschef Kauder versucht, die Gemüter zu beruhigen.

10.02.2018

Bei manchem Unionsmitglied sitzt der Frust über die Ressort-Verteilung in der Großen Koalition tief. Besonders der Verlust des Finanzministerium an die SPD schmerzt. CDU-Frau Widmann-Mauz weist die Kritik an dieser Entscheidung nun zurück.

10.02.2018
Anzeige