Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Politik „Wie verrückt ist das eigentlich?“
Nachrichten Politik „Wie verrückt ist das eigentlich?“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 16.01.2015
Berlin

Absurd, irrational, verrückt: Der ehemalige Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, hat die Behauptungen des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy, er habe diesen ständig über die Ermittlungen wegen Kinderpornografie informieren lassen, als frei erfunden zurückgewiesen. In Zierckes Augen hat der Ex-Parlamentarier großes Kino inszeniert, um vom eigenen unmoralischen und möglicherweise strafbaren Verhalten abzulenken.

„Ich kann diese Einlassungen von Herrn Edathy nur als Realitätsverlust bezeichnen“, sagte er vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestages. Punkt für Punkt zerpflückte der inzwischen pensionierte Ermittler die Darstellungen des einstigen SPD-Innenpolitikers. Der hatte vor Weihnachten behauptet, Ziercke habe den Fraktionskollegen Michael Hartmann ständig mit Informationen über die Kinderpornografie-Ermittlungen gefüttert, damit dieser Edathy auf dem Laufenden hält. Der oberste Polizist, so Edathy unter Berufung auf Hartmann, habe als Parteimitglied Schaden von der SPD abwenden und auch ihn, Edathy, schützen wollen.

Hartmann hatte das schon damals entschieden bestritten. Auch Ziercke wiederholte sein früheres Dementi. Er habe mit Hartmann nie über den Fall Edathy gesprochen. Edathys Version mache auch gar keinen Sinn. Zum Zeitpunkt der angeblichen Warnungen im November 2013 sei das politische Ende Edathys gar nicht mehr aufzuhalten gewesen. Und warum hätte er am Ende seiner 47-jährigen Polizeikarriere die eigene Behörde hintergehen und das Vertrauen des damaligen Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich (CSU) aufs Spiel setzen sollen, der seine Amtszeit über die übliche Pensionsgrenze hinaus verlängert hatte. „Wie verrückt ist das denn eigentlich“, empörte sich Ziercke.

Als Beleg für Edathys Inszenierung führte der gebürtige Lübecker unter anderem an, dass er vor der Hausdurchsuchung bei Edathy gewarnt haben soll, bevor die überhaupt feststand. Zierckes Erklärung:

Der Ex-Abgeordnete habe ihn als BKA-Präsidenten zum „Blitzableiter“ für seine persönlichen Defizite gemacht. Edathy sei unfähig, die Verantwortung für seinen Untergang bei sich selbst zu sehen. Ein typisches Verhalten von Pädophilen, meinte der Polizist: „Pädophile leben in zwei Welten. Die inszenieren sich ständig selbst.“ Arnold Petersen



OZ

Zwei mutmaßliche Dschihadisten bei Feuergefecht mit der Polizei getötet.

16.01.2015

Mehr Geld und Personal für Polizei und Geheimdienste. Terror-Debatte im Bundestag: „Wir lassen uns nicht spalten.“

16.01.2015

Gutachten zweifelt an Rechtsgrundlage.

16.01.2015