Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 1 ° bedeckt

Navigation:
Wie viele Syrer könnte die EU unter dem Türkei-Pakt aufnehmen?

Brüssel Wie viele Syrer könnte die EU unter dem Türkei-Pakt aufnehmen?

Die Nato soll Schleuser abhalten, Flüchtlinge nach Griechenland zu bringen. Doch so einfach ist das nicht.

Brüssel. Mit Hilfe der Türkei will die Europäische Union den Zustrom an Flüchtlingen eindämmen. Zentral dabei ist das sogenannte „Eins-zu-Eins“-Prinzip.

Dabei will die EU künftig Migranten, die unerlaubt auf die griechischen Inseln übersetzen, wieder in die Türkei zurückschicken. Für jeden zurückgebrachten Syrer soll ein anderer Syrer innerhalb der EU legale Aufnahme finden.

In Brüssel und Berlin ist dabei immer wieder die Rede von bis zu 72 000 Menschen, die auf diesem Weg nach Europa gelangen könnten. Dabei will die EU sich auf bereits gefasste Beschlüsse stützen. So vereinbarten die Staaten im Juni 2015, 22 504 schutzbedürftige Personen aus Staaten außerhalb Europas Zuflucht zu gewähren. Aus dieser Gruppe sind bis zum am 15. März allerdings erst 4555 Menschen in europäische Länder gekommen - etwa 18 000 Menschen bleiben übrig.

Davon unabhängig einigten sich die EU-Staaten im vergangenen Jahr auf die Verteilung von bis zu 160 000 Flüchtlingen aus den überlasteten Ankunftsländern Italien und Griechenland auf andere EU-Staaten. Sie vereinbarten dabei, dass 54 000 Personen davon bei Bedarf nicht aus Italien und Griechenland verteilt werden könnten, sondern aus anderen Staaten.

Wenn man die 18 000 Personen aus der ersten und die 54 000 Menschen aus der zweiten Gruppe zusammenfasst, kommt man auf eine Gesamtmenge von 72 000 Flüchtlingen. Diese könnte die EU der Türkei auf freiwilliger Basis abnehmen. „Aber wir alle gehen eigentlich davon aus, dass die Zahl nicht so groß wird“, hieß es diese Woche aus deutschen Regierungskreisen. EU-Diplomaten in Brüssel äußerten sich ähnlich.

Denn die EU setzt mit dem „Eins-zu-Eins“-Prinzip auf Abschreckung. Syrer würden unter der geplanten Regelung mit der unerlaubten Überfahrt auf die griechischen Inseln ihre Chance auf eine legale Ansiedlung in Europa aufs Spiel setzen. Sie würden erst sehr viel später oder gar nicht in Europa aufgenommen. Dadurch hofft die EU, die Migranten von vornherein von der Reise über die Ägäis abzuhalten.

Bei der Ansiedlung der syrischen Flüchtlinge aus der Türkei in Europa könnte nach Vorstellung der EU zum Beispiel das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR beteiligt werden.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Chamilo/Skopje
Flüchtlinge durchwaten einen Fluß an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien.

Verzweifelte Lagerbewohner marschieren zu Fuß nach Mazedonien, durchbrechen Polizeisperren, ertrinken in reißenden Flüssen: Die Situation in Nordgriechenland wird immer dramatischer - doch der Zustrom aus der Türkei über die Ägäis reißt nicht ab.

mehr
Mehr aus Politik
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.