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Politik Wulffs Ex-Sprecher muss vor Gericht
Nachrichten Politik Wulffs Ex-Sprecher muss vor Gericht
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03:37 07.09.2013
Christian Wulff und sein Ex-Sprecher Olaf Glaeseker. Quelle: dpa

War der Sprecher von Ex-Bundespräsident Christian Wulff korrupt? Olaf Glaeseker ist öffentlich abgetaucht, doch jetzt steht fest, dass am 9. Dezember der Prozess gegen ihn beginnt. Das Landgericht Hannover ließ gestern die Anklage gegen Glaeseker und den Partymanager Manfred Schmidt zu. Ob Wulff als Zeuge gegen seinen früheren Sprecher aussagen muss, ist noch unklar. „Es ist noch nicht entschieden, wann voraussichtlich welche Zeugen vernommen werden“, sagte Gerichtssprecher Martin Grote.

Vor anderthalb Wochen hatte das Landgericht auch die Anklage gegen Wulff zugelassen. Er kommt vom 1. November an wegen Vorteilsnahme vor Gericht. Sein Fall wird von einer anderen Strafkammer verhandelt.

Die Staatsanwaltschaft Hannover wirft Glaeseker vor, bestechlich gewesen zu sein. Der damalige Wulff-Sprecher soll Partymanager Schmidt 2007 bis 2009 bei der Sponsorensuche für die Promi-Fete „Nord-Süd-Dialog“ geholfen haben. Schmidt soll damit rund eine Million Euro Gewinn gemacht haben. Im Gegenzug soll der Manager Glaeseker zu Gratisflügen und Urlauben in seine Häuser nach Spanien und Frankreich eingeladen haben.

Die Verteidiger des Ex-Sprechers, Guido Frings und Stephan Fink, erklärten, die Hauptverhandlung werde zeigen, dass das Engagement Glaesekers allein dem Land Niedersachsen, Hannover und dem damaligen Ministerpräsidenten gegolten habe. Die langjährige Freundschaft und das „fast familiäre Verhältnis“ zwischen Schmidt, Glaeseker und dessen Ehefrau seien der einzige Grund für die gegenseitigen Besuche gewesen. „Einen korruptiven Hintergrund gibt es nicht“, betonten sie.

Dagegen unterstrich die Anklagebehörde, mit der Eröffnung des Hauptverfahrens sei erneut die Sicht der Staatsanwaltschaft Hannover bestätigt worden, dass es im Umfeld des damaligen Ministerpräsidenten Wulff „mit hinreichender Sicherheit“ zu Korruptionsstraftaten gekommen sei. „Im Kern sind beide Fälle identisch: Sowohl Glaeseker als auch Wulff wird vorgeworfen, sie hätten sich durch Vergünstigungen von Privatunternehmern bei dienstlichen Entscheidungen beeinflussen lassen“, so die Staatsanwaltschaft.

OZ

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