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22:05 12.04.2018
Einen deutlichen Anstieg gab es bei der Zuwanderung aus EU-Staaten. Quelle: Violetta Kuhn
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Wiesbaden/Berlin

In Deutschland ist etwa jeder achte Einwohner ein Ausländer. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag berichtete, stieg die Zahl der ausländischen Bevölkerung im Ausländerzentralregister im vergangenen Jahr um 5,8 Prozent.

Insgesamt waren Ende des Jahres 10,6 Millionen Menschen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit im Ausländerzentralregister erfasst - rund 585 000 mehr als 2016. Damit habe das Wachstum auf dem Niveau von 2013 gelegen, also vor Beginn der Flüchtlingskrise, sagte ein Sprecher in Wiesbaden.

Bei gut 82,5 Millionen Einwohnern ergibt sich ein Ausländeranteil von rund 12,5 Prozent. Die Zahl der Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten wie Syrien, dem Irak oder Afghanistan ging im Vergleich zu 2016 spürbar zurück. Aus diesen sogenannten Drittstaaten kamen rund 163.000 Menschen nach Deutschland - ein Jahr zuvor waren es noch 665.000. Insgesamt machten die Migranten aus Nicht-EU Staaten im vergangenen Jahr mehr als 5,9 Millionen der in Ausländerzentralregister erfassten Menschen aus.

Allerdings seien in diesem Anstieg auch erhebliche Nachmeldungen ins Ausländerzentralregister enthalten, die sich auf Zuwanderungsfälle vor dem Jahr 2017 beziehen, merkte ein Sprecher des Statistischen Bundesamtes am Donnerstagabend an. Die Zahl dürfe daher nicht als Nettozuwanderung interpretiert werden.

Auch aktuell geht die Zahl neu eintreffender Flüchtlinge weiter zurück: Im März wurden 10.717 Menschen erstmals als schutzsuchend in Deutschland registriert, wie das Bundesinnenministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Das waren 2,6 Prozent weniger als im Vormonat und 28,4 Prozent weniger als im März 2017. Die meisten Asylbewerber kamen zuletzt aus Syrien, Eritrea und dem Irak.

Einen deutlichen Anstieg gab es im vergangenen Jahr bei der Zahl der Ausländer aus EU-Staaten: Der Anteil der Menschen aus den östlichen EU-Staaten, die nach Deutschland zogen, stieg um 12,5 Prozent. Während die Nettozuwanderung - also die Differenz aus Zuzug und Wegzug - 2016 lediglich 277.000 Menschen betrug, lag sie im vergangenen Jahr bei 439.000. Vor allem Polen, Rumänen und Bulgaren zogen zu.

Seit Beginn der Freizügigkeit für Menschen aus östlichen EU-Staaten im Jahr 2007 ist deren Zahl von 919.000 auf 2,6 Millionen Ende vergangenen Jahres gewachsen. Unter der ausländischen Bevölkerung insgesamt haben Zuwanderer aus den östlichen EU-Staaten einen besonders hohen Anteil in den neuen Bundesländern ohne Berlin. Hier beträgt ihr Anteil unter allen Menschen mit ausländischem Pass 26 Prozent, in den alten Bundesländern dagegen nur 7,8 Prozent.

dpa

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