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18:25 27.03.2014
Todeszelle im Huntsville-Gefängnis in Texas. Foto: Paul Buck
London

Im vergangenen Jahr wurden mehr Menschen hingerichtet als im Vorjahr. Dennoch sieht die Menschenrechtsorganisation Amnesty International einen langfristigen Trend nach unten.

Vor allem Hinrichtungen im Iran und im Irak haben im vergangenen Jahr die Zahl der weltweit vollstreckten Todesurteile deutlich um 15 Prozent nach oben getrieben. Langfristig gehe der Trend aber nach unten, berichtet Amnesty International. China ist bei dieser Schätzung ausgenommen.

Insgesamt ließen nach Darstellung der Menschenrechtsorganisation 2013 Regierungen in 22 Ländern Menschen hinrichten. Ohne China sei die Zahl der vollstreckte Todesurteile in Jahresfrist um etwa 100 auf mindestens 778 gestiegen.

In China werden nach Darstellung von Amnesty jährlich deutlich mehr als 1000 Menschen hingerichtet. Eine konkrete Jahresschätzung für das Land veröffentlicht die Organisation seit 2009 nicht mehr, weil Peking die Zahlen als Staatsgeheimnis betrachtet und keine verlässliche Schätzung möglich ist.

Im Iran und im Irak ging die Zahl der Hinrichtungen um rund 100 nach oben, heißt es in dem am Donnerstag in London vorgestellten Bericht. Der Iran vollstreckte mindestens 369 Todesurteile, der Irak 1969. Die USA liegen als einziges westliches Land mit 39 Hinrichtungen auf Platz fünf hinter Saudi-Arabien (79).

Ungeachtet des Anstiegs zeigten sich die Experten der Organisation, die sich seit Jahrzehnten massiv für die Abschaffung von Todesurteilen einsetzt, optimistisch. „Es gibt einen klaren Trend hin zur Abschaffung der Todesstrafe“, sagte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty. „Der langfristige Trend ist klar - die Todesstrafe wird zu einer Sache der Vergangenheit.“

Als Erfolg wertete Shetty, dass die Region Europa und Zentralasien 2013 völlig ohne Hinrichtung ausgekommen sei, nachdem Weißrussland kein Todesurteil vollstreckt habe. Gambia, die Vereinigten Arabischen Emirate und Pakistan hätten 2013 keine neuen Todesurteile mehr verhängt.

Amnesty verurteilte erneut die Verhängung von mehr als 500 Todesurteilen gegen Anhänger der Muslimbrüder am vergangenen Montag in Ägypten. Der Nahost- und Afrika-Beauftragte der Organisation, Jan Wetzel, bezeichnete die Lage als grotesk. Es habe nicht annähernd ein faires Gerichtsverfahren stattgefunden; gegen zwei Drittel der Abgeurteilten sei der Urteilsspruch in Abwesenheit ergangen.



dpa

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