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Zehntausende feiern Messe zum Auftakt des Weltjugendtags

Krakau Zehntausende feiern Messe zum Auftakt des Weltjugendtags

Junge Katholiken aus allen Erdteilen treffen sich in Krakau. Der Weltjugendtag soll der Kirche neue Impulse geben - und den Menschen Halt in Zeiten von Terror und Gewalt.

Krakau. Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst unter freiem Himmel haben Zehntausende Gläubige die Eröffnung des Weltjugendtags im südpolnischen Krakau gefeiert. Zu dem sechstägigen Treffen junger Katholiken erwarten die Veranstalter bis zu 1,5 Millionen Teilnehmer.

Angemeldet haben sich gut eine halbe Million Pilger aus 187 Staaten, darunter 15 500 aus Deutschland. Papst Franziskus wird am Mittwoch in Krakau erwartet und will gemeinsam mit den Jugendlichen beten und feiern.

Zudem besucht er während seiner ersten Polen-Reise das frühere deutsche Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, wo er am Freitag unter anderem Holocaust-Überlebende trifft. Bereits am Donnerstag plant Franziskus einen Abstecher zu dem Wallfahrtsort Czestochowa (Tschenstochau).

Überschattet wurde der Auftakt für den WJT von der Geiselnahme in einer Kirche in Nordfrankreich, bei der ein Priester getötet wurde, ehe die Polizei die beiden - möglicherweise islamistischen - Angreifer erschoss. Angesichts des Anschlags entschloss sich der Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, zur Abreise aus Krakau. Er wolle bei der unter Schock stehenden Gemeinde sein.

„Ich schreie zu Gott, zusammen mit allen Menschen guten Willens“ sagte er. Die katholische Kirche habe keine anderen Waffen als „Gebete und Brüderlichkeit unter den Menschen.“

Der Erzbischof von Krakau, Kardinal Stanislaw Dziwisz, ermunterte die WJT-Teilnehmer beim Eröffnungsgottesdienst, gemeinsam die Sprache des Evangeliums zu sprechen. „Das ist die Sprache der Liebe. Das ist die Sprache der Brüderlichkeit, Solidarität und des Friedens“, sagte er laut Manuskript vor den Massen im Blonia-Park nahe des Stadtzentrums.

Auch der deutsche Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) sieht den WJT als Kontrapunkt gegen Terror und Gewalt. „Das beschäftigt die jungen Menschen natürlich“, sagte er bei einem Pressetermin in Krakau mit Blick auch auf die jüngsten Anschläge in Nizza, München und Ansbach. Für die Teilnehmer sei es aber wichtig zu erfahren, „dass es noch eine andere Gemeinschaft gibt, die trägt. Nicht eine Gemeinschaft des Entsetzens, sondern eine Gemeinschaft der Hoffnung.“ Vom WJT solle die Botschaft ausgehen: „Gebt der Welt ein menschliches Angesicht, lasst Euch von Angst und Gewalt nicht einschüchtern.“

In Krakau sollen 25 000 Sicherheitskräfte für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Auf den Straßen und Plätzen der Stadt herrschte am Dienstag schon vor der Messe ein buntes, friedliches Treiben. Pilgergruppen aus aller Herren Länder sangen und tanzten gemeinsam, schwenkten die Fahnen ihrer Heimatländer, besichtigten Kirchen oder besuchten Konzerte. Weltjugendtage finden alle zwei oder drei Jahre statt. Rund um den Globus gibt es etwa 1,2 Milliarden Katholiken.

dpa

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