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Politik Zuckerberg gibt sich vor Anhörung reumütig
Nachrichten Politik Zuckerberg gibt sich vor Anhörung reumütig
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13:21 10.04.2018
Zuckerberg stellt sich am Dienstag und Mittwoch Fragen im US-Kongress. Quelle: imago/ZUMA Press
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Menlo Park/Washington

Im Datenskandal um Facebook geht Konzernchef Mark Zuckerberg mit weiteren Eingeständnissen schwerer Fehler in seine erste Anhörung im US-Kongress. Das weltgrößte Online-Netzwerk habe das Ausmaß seiner Verantwortung nicht erkannt, erklärte der 33-Jährige in einer vorab veröffentlichten Stellungnahme für einen Ausschuss des US-Abgeordnetenhauses.

„Es war mein Fehler und das tut mir leid“, schrieb Zuckerberg. „Ich habe Facebook gestartet, ich führe es, und ich trage die Verantwortung dafür, was hier passiert.“ Der Schutz der Nutzer sei wichtiger als die Maximierung der Gewinne, versicherte er.

Die Senatoren kündigen eine harte Fragestunde an

Zuckerberg stellt sich am Dienstag und Mittwoch Fragen im US-Kongress. Zunächst ist er als Zeuge bei einer gemeinsamen Sitzung des Rechts- und des Handelsausschusses im Senat geladen (ab 20.15 Uhr MESZ).Für Facebook steht bei dem Termin viel auf dem Spiel. Im Kongress braut sich Empörung zusammen, die zu einer schärferen Regulierung im Internet unter anderem beim Datenschutz und damit zu Einschränkungen für das Geschäft des Online-Netzwerks führen könnte.

Zuckerberg kann sich auf harte Fragen einstellen: Senatoren und Abgeordnete kündigten bereits an, dass sie den Facebook-Chef hart rannehmen wollen.

Facebooks Geschäftsmodell steht zu Debatte

Auch seine Entschuldigung in der Vorab-Stellungnahme machte wenig Eindruck. „Er muss eine bessere Antwort haben als nur „Ich habe einen Fehler gemacht“, sagte der demokratische Senator Richard Blumenthal aus Connecticut dem „Wall Street Journal“. „Er hat nicht einfach Milch auf den Frühstückstisch verschüttet.“ Das grundsätzliche Problem sei das Geschäftsmodell von Facebook.

Die kalifornische Kongressabgeordnete Anna Eshoo aus dem Silicon Valley will auch den Missbrauch der Facebook-Plattform durch Propaganda aus Russland im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 zur Sprache bringen. „Das wirft eine moralische Frage auf, weil die Facebook-Plattform zur Waffe gemacht wurde, um unserer Demokratie zu schaden“, sagte sie der „San Jose Mercury News“. „Ich glaube, dass ein amerikanisches Unternehmen eine Verantwortung gegenüber Amerika hat.“

Die Parlamentarier wollen die Privatsphäre keinem Unternehmen überlassen

Senatoren zeigten sich skeptisch, ob man ohne eine striktere Regulierung für Online-Plattformen auskommen könne. Der Republikaner John Kennedy aus Louisiana befürchtet, dass sowohl die Datenschutz- als auch die Propaganda-Probleme „zu groß sind als dass Facebook sie lösen kann.“ Auch der Top-Demokrat im Handelsausschuss des Senats, Bill Nelson, sieht die Gesetzgeber am Zug.

„Man kann unsere Privatsphäre nicht nur dadurch verteidigen, dass jemand sagt, dass er sie beschützen werde“, sagte Nelson dem Finanzdienst Bloomberg nach einem Treffen mit Zuckerberg am Montag. Das bedeute den Bedarf an Regulierung. Die Gefahr sei, dass „kein Amerikaner noch Privatsphäre haben wird“.

Von dpa/RND

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