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Zwei Linienmaschinen mit syrischen Flüchtlingen gelandet

Hannover Zwei Linienmaschinen mit syrischen Flüchtlingen gelandet

Am Flughafen Hannover sind die ersten syrischen Familien eingetroffen, die legal und auf direktem Weg aus Istanbul nach Deutschland reisen durften. Sie profitieren vom umstrittenen Flüchtlingspakt zwischen EU und Türkei.

Hannover. Der Austausch von Kriegsflüchtlingen auf Grundlage des umstrittenen Abkommens zwischen der EU und der Türkei hat begonnen.

In zwei Linienmaschinen aus Istanbul landeten sechs syrische Familien am Flughafen Hannover, insgesamt 32 Frauen, Männer und Kinder kamen an. Sie waren vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen UNHCR als besonders hilfsbedürftig ausgewählt worden. Die ersten Flüchtlingen kamen am Mittag im Lager Friedland bei Göttingen an, danach werden sie auf Städte und Gemeinden in Niedersachsen verteilt.

Die Schutzsuchenden wurden von Polizisten sowie Mitarbeitern des Technischen Hilfswerks und des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Empfang genommen. Sie seien sehr aufgeregt und ein bisschen verängstigt, sagte Corinna Wicher vom BAMF nach der Ankunft der ersten 16 Syrer am Morgen. Die Familien hätten erst vor einer Woche erfahren, dass sie aus der Türkei nach Deutschland ausreisen können. Sie wüssten nicht genau, was sie nun erwarte.

Der Flüchtlingspakt zwischen EU und Türkei sieht vor, dass alle Flüchtlinge und Migranten, die seit dem 20. März illegal nach Griechenland übergesetzt sind, zwangsweise in die Türkei zurückgebracht werden können. Ausgenommen sind nur Menschen, die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden.

Für jeden aus Griechenland abgeschobenen Syrer soll ein Syrer aus der Türkei legal in der EU aufgenommen werden. Diese Regelung gilt zunächst für 72 000 syrische Flüchtlinge, die in der Türkei Zuflucht gesucht haben. Insgesamt 15 000 von ihnen sollen nach Deutschland kommen.

In vielen EU-Ländern gibt es gegen die Aufnahme von Syrern Widerstände. Am Flughafen Hannover hielt am Morgen ein Mann ein Plakat mit der Aufschrift „Refugees not welcome“ in die Höhe. Die Flüchtlinge lehnten Interviews mit den zahlreichen internationalen Journalisten ab. „Sie werden in Friedland Zeit haben, ein bisschen Frieden zu bekommen“, sagte BAMF-Mitarbeiterin Corinna Wicher.

dpa

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