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Polizei-Report „Aktenzeichen XY“ bringt Hinweise auf Mord an 17-Jähriger
Nachrichten Polizei-Report „Aktenzeichen XY“ bringt Hinweise auf Mord an 17-Jähriger
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10:07 06.09.2013
Ermittlungshilfe per TV: „Aktenzeichen XY ungelöst“ bringt neue Hinweise in einem 20 Jahre alten Fall. Quelle: Volker Dornberger/dpa
Stralsund

Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ hat der Polizei mehrere Hinweise im Mordfall Simone K. aus Katzenow bei Stralsund gebracht. „Das betrifft unter anderem den Umgang mit Äther als Betäubungsmittel“, sagte ein Sprecher der Kriminalpolizei in Anklam am Donnerstag. Der entscheidende Hinweis zur Lösung des Falles aus dem Jahr 1992 sei allerdings noch nicht dabei gewesen. Die Sendung war am Mittwochabend ausgestrahlt worden.

Die 17-jährige Simone K. wollte am 9. Januar 1992 gegen 19.00 Uhr mit dem Bus von Katzenow bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen), wo ihre Eltern wohnten, ins rund 30 Kilometer entfernte Stralsund fahren. Dort lebte die Auszubildende in einem Wohnheim. Da kein Bus kam, ließ sich das Mädchen von einem vermutlich blauen Auto mitnehmen. Ungeklärt blieb bisher, ob sie den Fahrer kannte. Die Fahrt endete auf einem Feldweg. Der Täter betäubte laut Polizei die junge Frau mit Äther, vergewaltigte und tötete sie.

„Der Täter muss Erfahrung im Umgang mit Äther haben“, sagte der Polizeisprecher. Weitere Hinweise gebe es auf Leute aus dem Umfeld des Mädchens. Die Polizei hofft unter anderem darauf, den Täter über eine DNA-Spur finden zu können. Mehr als 8000 Männer hätten sich den Tests bereits gestellt, einige haben diesen aber auch verweigert.

Die Leiche der Frau wurde später auf einer illegalen Müllkippe in Duvendiek westlich von Stralsund gefunden. Die Polizei vermutet immer noch, dass der Täter Ortskenntnis gehabt habe und deshalb aus der Region stamme oder zeitweise dort lebte.

Zudem würden Parallelen zu ähnlichen Fällen überprüft. So war im Mai 1988 eine 19-Jährige, die sich an einem Strand bei Stralsund sonnte, auf dem Rückweg von einem Mann überfallen worden, der sie auch mit Äther betäuben wollte. Sie konnte fliehen. Wenige Wochen vor dem Mord an Simone K. war im Dezember 1991 zudem eine 23-Jährige an einer Bushaltestelle in Duvendiek überfallen worden. Sie hatte sich mit Reizgas ebenfalls erfolgreich wehren können und ein ähnliches Phantombild erstellt, wie die 19-Jährige.

dpa

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