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Aktuelle Beiträge 16 Menschen ließen auf den Straßen der Region ihr Leben
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00:00 08.05.2017
Beim schwersten Unfall 2016 kamen am 6. August an dieser Stelle vier Menschen in Groß Kiesow ums Leben. Quelle: Fotos: Tilo Wallrodt
Wolgast

Es war ein Unfall, der die Region erschütterte: Als in der Nacht zum 6. August 2016 gegen 2.30 Uhr ein Skoda Octavia in einer leichten Linkskurve kurz hinter Groß Kiesow frontal gegen einen Baum prallte und vier der sechs Insassen starben, war der Schock groß. Vieles kam bei diesem Horror-Crash zusammen: Die Fahrerin, eine 20-jährige Niederländerin, hatte 1,65

Bilanz 2016: Weniger Unfälle, mehr Verletzte, 1455 mal Unfallflucht

40040 Verstöße

Die Polizei registrierte bei Verkehrskontrollen im vorigen Jahr 40040 Verstöße. In 25281 Fällen waren Fahrzeugführer zu schnell unterwegs, 453 Fahrer standen unter Alkoholeinfluss, 1234 wurden mit Handy am Ohr erwischt. 708 Fahrer missachteten das Rotlicht der Ampeln und 2810 waren unangeschnallt unterwegs.

Promille im Blut, das Auto war überbesetzt, niemand außer der Fahrerin war angeschnallt und der Wagen viel zu schnell unterwegs – die Tachonadel blieb bei 140 km/h stehen.

Der Unfall von Groß Kiesow war 2016 der schlimmste in Mecklenburg-Vorpommern – und natürlich auch der furchtbarste, den die Beamten der Polizeiinspektion Anklam aufnahmen. Insgesamt ließen auf den Straßen zwischen Usedom, Greifswald, Ueckermünde und Pasewalk 16 Menschen ihr Leben – und damit genauso viele wie im Jahr davor. Dies geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die jetzt von der Polizeiinspektion herausgegeben wurde.

Für 2017 zeichnet sich laut Sprecher Axel Falkenberg eine traurige Entwicklung ab. Innerhalb der ersten vier Monate des Jahres musste die Polizei sechs Unfälle vermelden, bei denen insgesamt sieben Personen starben. Im Vergleichszeitraum 2016 kam es zu einem Verkehrstoten. Diese Zwischenbilanz „sollte allen Kraftfahrern nicht nur eine Mahnung, sondern auch Anlass sein, das eigene Fahrverhalten zu hinterfragen“, teilt Falkenberg mit.

Insgesamt ist die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr gegenüber 2015 indes leicht gesunken. Es kam zu 8671 Zusammenstößen; für das Jahr davor weist die Statistik 8710 Unfälle aus. Die Anzahl der Verletzten ist hingegen um 5,33 Prozent von 1069 auf 1126 gestiegen. Unfallursache Nummer eins ist zu geringer Sicherheitsabstand (1844 Fälle), gefolgt von Missachtung der Vorfahrt (463), zu hohe Geschwindigkeit (379), Fehler beim Überholen (195) und Fahren unter Alkoholeinfluss (99).

Große Sorgen bereitet den Ordnungshütern das unerlaubte Entfernen vom Unfallort. Im Jahr 2016, so berichtet Falkenberg, kam es bei den insgesamt 8671 Unfällen in 1455 Fällen zu Unfallflucht. Das heißt, dass jeder sechste Fahrer das Weite suchte. Auffallend oft (521 Fälle) machten sich Verursacher im Revierbereich Greifswald unerlaubt aus dem Staub, gefolgt von den Revieren Heringsdorf (265) und Pasewalk (186). Die Gründe für dieses Verhalten dürften vielfältig sein, so Falkenberg. „Sei es der Gedanke an einen Anstieg in der Schadenfreiheitsklasse oder aber die Angst, als Alkoholfahrer enttarnt zu werden. Die Aufklärungsquote lag bei 34,91 Prozent.“ Unfallflucht wird mit Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet.

Wie Falkenberg weiter bilanziert, müssen die Kraftfahrer in Vorpommern besonderes Augenmerk auf Wildwechsel legen, denn bei mehr als jeder vierten Kollision war ein Tier involviert. „2016 trugen diese Unfälle 26,6 Prozent zur Gesamtunfallbilanz bei.“ Das entspricht 2309 Unfällen. Schwerpunkte sind die ländlich geprägten Revierbereiche Pasewalk, Wolgast, Anklam und Ueckermünde.

Besonders gefährdet im Straßenverkehr der Region sind offenbar Radfahrer. An 377 Unfälle waren sie beteiligt und auffallend oft – 265 Mal – gab es dabei Verletzte. Drei Personen wurden bei einem Radunfall getötet. Baum-Unfälle gab es 2016 insgesamt 137, auch der Groß Kiesower zählte dazu.

Tom Schröter

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