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Aktuelle Beiträge 26 Fahrer aus Verkehr gezogen
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00:00 28.08.2018
Eine groß angelegte Verkehrskontrolle hat zur Abreise der Besucher des Pangea-Festivals an der Ausfahrt des einstigen Flugplatzareals stattgefunden.
Ribnitz-Damgarten

Flatternde Augenlider, pulsierende Halsschlagadern und zitternde Knie – die Polizei hat mit der Abreise der Besucher des Pangea-Festivals eine groß

Die angehende Polizeikommissarin Nadja Behrenwoldt testet Stephanie Holzkamm aus Hamburg auf Drogenkonsum. FOTOS (2): TIMO RICHTER

angelegte allgemeine Verkehrskontrolle gestartet. „Wir wollen, dass die Leute heil nach Hause kommen und anderen Verkehrsteilnehmern nichts passiert.“ Das ist für den Leiter des Ribnitz-Damgartener Polizeireviers, Marko Stoll, der Hauptgrund für die alljährliche und den Festivalbesuchern bekannte Kontrolle. Etliche Polizeischüler sammeln Erfahrungen im Umgang mit zum Teil übernächtigten Fahrzeugführern.

Insgesamt herrscht an der Ausfahrt vom einstigen Flugplatzareal am Sonntag eine entspannte Atmosphäre vor. „So eine Kontrolle ist absolut angebracht“, sagt beispielsweise Anna Rossow aus Hamburg. „So eine Kontrolle ist doch viel besser, als dass irgend ein berauschter Idiot jemanden totfährt.“

Akribisch führen die Beamten einen mehrstufigen Vortest durch. Augenbewegungen, Gleichgewichtssinn oder Zeiteinschätzung waren die Aufgaben. Drogenkonsumenten haben es in solch einer Situation immer eilig“, weiß die angehende Polizeikommissarin Nadja Behrenwoldt. Fahrer, die ein 30 Sekunden-Intervall viel zu kurz einschätzen, werden zum Urintest gebeten. Das alles erfolgt auf freiwilliger Basis. Und fast alle Fahrzeugführer machen mit. Denn trotz aller Freundlichkeit während der Kontrolle, bleiben die Beamten hart – auch wenn sich die Abreise verzögert.

Weil in dem Getümmel Stephanie Holzkamm bei der Schätzaufgabe patzt, muss die 34-jährige Mecklenburgerin, die nun in Hamburg lebt, zum Urintest. Alles macht sie gerne freiwillig mit, guten Gewissens.

Denn beim Atemalkoholtest hat sie 0,00 Promille gepustet, keine Beeinträchtigung des Gleichgewichts gezeigt.

Die Polizei ist gut vorbereitet, mobile Toilettenhäuschen stehen bereit. In einem Zelt steht eine Ärztin zur Verfügung, sollte eine Blutprobe fällig werden. Kommt es hart, residiert direkt daneben die Kriminalpolizei in einem weiteren Unterstand. Gut einen Liter Mineralwasser später kann auch Stephanie Holzkamm ihre Probe abliefern. Das Multitestgerät zeigt, dass sie keine Drogen genommen hat.

Die Polizisten wünschen eine gute Heimfahrt, die möglicherweise nun durch zusätzliche Toilettenaufenthalte unterbrochen wird – gelöste Stimmung. Stephanie Holzkamm, die sich selbst als Festivalgängerin bezeichnet, empfindet den Zwangaufenthalt als gerechtfertigt. „Solche Kontrollen finde ich gut“, sagt sie und hofft, dass dadurch verhindert wird, „dass Strunzvolle mit Tempo 200 über die Autobahn brettern“.

Und so sieht die Bilanz der polizeilichen Großkontrolle vom 23. bis 26. August aus: 26 Fahrer und Fahrerinnen wurden aus dem Verkehr gezogen, weil sie unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen standen. Einige hatte beides konsumiert. In 24 Fällen wurde eine Ordnungswidrigkeitsanzeige wegen des Verdachts des Fahrens unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln erstattet. In 28 Fällen wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet. Zehnmal wurden dabei Betäubungsmittel sichergestellt bzw. beschlagnahmt. Zwei Fahrzeugführer verstießen gegen die 0,5 Promille-Grenze. Sie müssen jetzt mit einer Geldbuße von mindestens 500 Euro und einem Monat Fahrverbot rechnen.

Bei einem 21-jährigen Rostocker ergab sich am Sonntag der Verdacht, dass er mit seinem Kleinkraftrad unter Drogeneinfluss unterwegs war. Ein Drogenvortest reagierte positiv auf THC. Zur Beweismittelsicherung wurde eine Blutprobenentnahme bei dem jungen Fahrer vorgenommen. Bei einer anschließenden Durchsuchung fanden die Beamten bei ihm geringe Mengen Betäubungsmittel, die beschlagnahmt wurden. Des Weiteren gab der 21-Jährige den Beamten „Brownies“ heraus, von denen er angab, dass sie als Zutat Marihuana enthalten sollen. Ihm wurde die Weiterfahrt untersagt und die Führerscheinstelle verständigt. Außerdem wurden eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit sowie ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet.

Insgesamt, so teilte die Polizeiinspektion Stralsund abschließend mit, sei festzustellen, dass das 6. Pangea-Festival aus polizeilicher Sicht ohne besondere Vorkommnisse verlaufen sei.

Timo Richter und Edwin Sternkiker

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