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A 20: Zweite Fahrbahn sackt ab, Selfie-Touristen sorgen für Ärger

Tribsees A 20: Zweite Fahrbahn sackt ab, Selfie-Touristen sorgen für Ärger

Land hält an Reparaturplänen fest / Warnung an Gaffer: Gefahr für Leib und Leben

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Tribsees. Die A 20 versinkt weiter im Moor: Ein gewaltiger Krater hat sich auch auf der Gegenfahrbahn in Richtung Stettin aufgetan und Zäune und Schutzplanken mit in die Tiefe gerissen. Die Autobahn ist nun in beide Fahrtrichtungen abgestürzt – auf etwa 100 Metern Länge und 25 Metern Breite. Große Risse im Asphalt deuten zudem an, dass das wohl nicht das letzte Absacken gewesen sein dürfte.

OZ-Bild

Land hält an Reparaturplänen fest / Warnung an Gaffer: Gefahr für Leib und Leben

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Die Absperrungen um die beiden Krater herum sind jetzt großflächig ausgedehnt worden, um zu verhindern, dass Neugierige sich in Gefahr begeben. Denn Sensationstouristen machen den Behörden zu schaffen. Mitarbeiter berichteten, dass an der Abbruchstelle bei Tribsees gestern ein ständiges Kommen und Gehen herrschte. Präpariert mit Selfiesticks wandern die Katastrophentouristen zum Loch, fotografieren sich dort und posten ihre Bilder in sozialen Netzwerken. „Wir hatten bislang dank rechtzeitiger Sperrung der Autobahn Glück, dass niemand verletzt wurde“, sagte Ronald Normann, Leiter der Abteilung Autobahn im Straßenbauamt in Güstrow. Die Behörde erwägt, Anzeige gegen Gaffer zu erstatten. Die Abbruchstelle sei gesperrt, das Betreten verboten.

„Wir möchten eindringlich vor dem unbefugten Betreten dieses gesperrten Autobahnabschnittes warnen. In dem Bereich ist mit weiteren plötzlichen Absackungen zu rechnen. Es besteht Gefahr für Leib und Leben. Die Absperrungen und Hinweisschilder sind zwingend zu beachten“, betont Katharina Henkel, Sprecherin des Schweriner Verkehrsministeriums.

Das Loch hatte sich auf der Fahrbahn nach Rostock erst in der vergangenen Woche von 40 auf 95 Meter Länge vergrößert. Eine Frage, die sich langsam aufdrängt: Ist die A 20 überhaupt noch zu reparieren? „Die Autobahn wird im gesamten Bereich des jetzigen Dammes mit einer geeigneten technischen Lösung dauerhaft instandgesetzt. Das zuständige Landesamt plant weiter sowohl an einer Übergangslösung als auch an der eigentlichen Dammsanierung“, informiert Henkel. Der Damm werde dort, wo die so genannten CSV-Säulen zum Einsatz gekommen sind, in einer ersten Bauphase ab März um etwa drei Meter abgetragen.

Um die lärm- und verkehrsgeplagten Anwohner in Langsdorf zu entlasten, laufen zudem die Vorbereitungen für eine Umleitungsstrecke. Eine alte Baustraße soll reaktiviert werden. Dazu sind derzeit die Baumfällarbeiten im Gange, um den Weg für den Bau der Trasse freizumachen. Die Langsdorfer müssen bis zu 17000 Fahrzeuge am Tag in Kauf nehmen.

Die Ursache für das A-20-Desaster ist weiter unklar. Spekuliert wird über die Verwendung von zu schwachen Stützen, über nicht überprüfte Techniken und Fehlkalkulationen.

Chronologie des A-20-Desasters

25. September: Die Ostseeautobahn muss vor der Trebeltalbrücke zunächst einseitig gesperrt werden, weil die Fahrbahn um einen halben Meter abgesackt ist.

9. Oktober: Das abgesackte Stück bricht ab, ein Krater tut sich auf, der im Laufe der Zeit immer größer wird.

27. Oktober: Die A 20 wird voll gesperrt. Eine Behelfsbrücke soll bis Sommer 2018 errichtet werden.

22. November: Die Behelfsausfahrt, die die umleitungsgeplagten Anwohner entlasten soll, wird eröffnet.

5. Dezember: Es wird bekannt, dass die Behelfsbrücke nicht gebaut werden kann. Stattdessen soll eine alte Baustraße als Umleitungsstrecke reaktiviert werden.

18. Januar: Berichten zufolge könnte sich der Bau der Umleitungsstrecke verzögern.

8. Februar: Ein zweites Loch vergrößert den Krater auf 95 Meter Länge.

10./11. Februar: Auch die Gegenfahrbahn der Autobahn in Richtung Stettin sackt nun auf etwa der selben Länge ab.

Virginie Wolfram

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