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Alkohol am Steuer – das wird teuer

Heringsdorf/Anklam Alkohol am Steuer – das wird teuer

Knapp 300 Fahrer wurden im Vorjahr berauscht beim Fahren eines Autos von der Polizei erwischt

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Alkohol am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Wer sogar soweit ist, dass er während der Fahrt trinkt, sollte sich dringend Hilfe suchen.

Quelle: Foto: Frank Söllner

Heringsdorf/Anklam. Sonntagmorgen vergangener Woche auf der B 110 zwischen Mellenthin und Görke: Die Besatzung eines Polizeiwagens hält in einer routinemäßigen Kontrolle ein Fahrzeug an. Im Innenraum riecht es nach Alkohol. Die Beamten lassen den Fahrer pusten: Bei sagenhaften 2,11 Promille bleibt das Messgerät stehen. Der Autofahrer gibt an, am Abend Alkohol getrunken zu haben. Der Führerschein des Mannes, der in der Nähe von Anklam wohnt, wird beschlagnahmt.

OZ-Bild

Knapp 300 Fahrer wurden im Vorjahr berauscht beim Fahren eines Autos von der Polizei erwischt

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Beinahe täglich zieht die Polizei im Landkreis Vorpommern-Greifswald Fahrer aus dem Verkehr, die unter Alkohol oder Drogen am Steuer sitzen. Besonders an den Wochenenden ist die Trefferquote vergleichsweise hoch. Der 47 Jahre alte Fahrer vom Sonntagmorgen sieht seinen Führerschein erstmal nicht wieder.

Laut Polizeiinspektion Anklam wurden im Vorjahr in den Revieren der Region insgesamt 284 alkoholisierte Verkehrsteilnehmer aus dem Verkehr gezogen. Den größten Anteil stellte das Revier in Greifswald mit 150 Fällen. Dahinter reihen sich Heringsdorf (72) und Wolgast (62) ein. Die gute Nachricht: Die Gesamtanzahl ist leicht rückläufig. Im Jahr 2016 wurden 299 Fahrer in dem besagten Gebiet mit Alkohol am Steuer erwischt. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. In Greifswald ist die Zahl der registrierten Fälle leicht gestiegen.

Allein auf der Insel Usedom wurden seit Jahresbeginn bereits sechs Führerscheine von Autofahrern eingezogen. Für den wohl Aufsehen erregendsten Fall sorgte in der vergangenen Woche ein 46 Jahre alter Mann von der Insel Usedom, der sich mit der Polizei eine regelrechte Verfolgungsjagd durch die Ortschaften Kamminke, Garz und Zirchow lieferte. Sein gemessener Atemalkoholwert betrug 1,25 Promille.

Der Polizeiwagen war nach der Wettfahrt ein Fall für die Autowäsche, der Mann ein Fall für die Staatsanwaltschaft.

Den traurigen Spitzenwert des noch jungen Jahres hält ein Insulaner, der an einem Januarmorgen mit rund 2,8 Promille auf Arbeit erschien. Seine Kollegen bemerkten den alkoholisierten Zustand ihres Kollegen und verständigten die Polizei in Heringsdorf.

Am vergangenen Wochenende wurde in Ahlbeck ein 54-jähriger Autofahrer mit 0,9 Promille erwischt, in Zinnowitz traf es in der Nacht zu Sonntag eine 40 Jahre alte Frau mit 0,65 Promille. Mit diesen Messwerten liegen beide allerdings noch im Bereich einer Ordnungswidrigkeit. Sie müssen mit einer Geldstrafe rechnen.

„Sollte jemand in der Familie oder im Freundeskreis feststellen, dass ein Bekannter oder Verwandter Probleme mit Alkohol hat, sollte man sich vertrauensvoll an Beratungsstellen wenden“, rät Polizeisprecher Axel Falkenberg aus Anklam. Immer wieder komme es unter Alkoholeinfluss auch zu schweren Verkehrsunfällen im Landkreis. „Wir hatten im vergangenen Jahr 60 Unfälle in den Revieren Wolgast, Heringsdorf und Anklam, bei denen die Fahrer oder auch Fahrerinnen alkoholisiert waren“, erklärt Falkenberg.

Dass solch leichtsinniges Verhalten im Straßenverkehr auch tödliche Folgen haben kann, bewies am vergangenen Wochenende ein schwerer Unfall in Schleswig-Holstein. Drei Männer aus Wismar verloren dabei ihr Leben. Der Fahrer, der den Unfall verschuldete, hatte womöglich Alkohol getrunken. Das ist jetzt Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Es kann mitunter sehr lange dauern, bis ein Alkohol-Sünder seinen Führerschein wieder in den Händen hält. Oft entscheidet ein psychologisches Gutachten darüber, ob der Fahrer in der Lage ist, wieder am Straßenverkehr teilzunehmen.

Das sind die Strafen

Blutalkoholkonzentration von 0,5 bis 1,09 Promille: 2 Punkte, 500 Euro und 1 Monat Fahrverbot ab 1,1 Promille: Straftat, 3 Punkte, Freiheits- oder Geldstrafe, Fahrverbot variiert ab 1,6 Promille: Straftat und Anordnung der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU), im Volksmund auch „Idiotentest“ genannt.

Hält ein Fahranfänger die 0,0 Promille-Grenze nicht ein, sind 1 Punkt und 250 Euro fällig.

Hannes Ewert

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