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Aktuelle Beiträge Ikuwo-Durchsuchung: Das Verbindungsband bleibt verschwunden
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07:42 20.07.2018
Polizisten stehen während einer Hausdurchsuchung vor dem Greifswalder Kulturzentrum Ikuwo. Quelle: Anne Ziebarth
Greifswald

In den Morgenstunden haben gestern rund 60 Polizeibeamte die Vereinsräume des Internationalen Kultur- und Wohnprojektes (Ikuwo) in der Goethestraße sowie zwei Wohnungen durchsucht. „Der Einsatz steht im Zusammenhang mit der Raubstraftat im Juni, bei dem einem Studenten vor dem Ikuwo sein Verbindungsband entrissen wurde“, sagt Polizeisprecherin Carolin Radloff. Der Staatsschutz hatte die Ermittlungen übernommen, da nach bisherigem Stand von einer politisch motivierten Tat auszugehen war. Bislang ist nur einer der drei Tatverdächtigen namentlich bekannt, es handelt sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stralsund um einen 29-Jährigen Mann aus Greifswald.

60 Polizeibeamte haben am Donnerstag das Kulturzentrum Ikuwo sowie zwei Wohnungen durchsucht. Grund war der Angriff auf einen Verbindungsstudenten vor dem Vereinsgebäude im Juni.

Polizei findet keine Hinweise im Ikuwo. Aber in der Wohnung des Tatverdächtigen.

Im Gebäude des Ikuwo konnten keine Beweismittel aufgefunden werden. In der Wohnung des 29-jährigen Tatverdächtigen im Stadtgebiet Greifswald wurden aber Gegenstände sichergestellt. „Welche Gegenstände das sind, möchte ich wegen der laufenden Ermittlungen noch nicht sagen“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Cloppenburg. „Aber sie könnten als Beweismittel in diesem Verfahren herangezogen werden und auch Hinweise auf eine mögliche Täterschaft geben.“ Das Band, welches dem Verbindungsstudent entrissen wurde, sei aber nicht unter den gefundenen Gegenständen. Allerdings wurde eine geringe Menge an Betäubungsmitteln sichergestellt.

Die hohe Zahl der eingesetzten Beamten erkläre sich durch die aufgeheizte Stimmung in der momentanen Diskussion um das Ikuwo, erklärt Polizeisprecherin Radloff. „Die Erfahrungen der Vergangenheit haben leider gezeigt, dass wir bei solchen Einsätzen auch mit Auseinandersetzungen rechnen müssen. Deshalb waren zusätzlich 35 Einsatzkräfte aus Greifswald und dem Landesbereitschaftspolizeiamt MV zur Absicherung im Einsatz.“  Während der Durchsuchungen blieb es aber friedlich – es kam nicht zu Zwischenfällen oder Auseinandersetzungen.

Reaktionen aus der Politik überwiegend positiv

Politiker aus Greifswald bewerten den Polizeieinsatz überwiegend positiv. „Ich finde es gut, dass etwas passiert und hoffe, dass die Straftäter jetzt zur Verantwortung gezogen werden“, meint etwa der Greifswalder Fraktionsvorsitzende der CDU, Axel Hochschild. „Es darf in Greifswald keine rechtsfreien Räume geben.“ Kritischer bewertet die frühere Landtagsabgeordnete Ulrike Berger (Bündnis 90/ Die Grünen) die Situation. „Ich frage mich, ob ein Polizeieinsatz in dieser Größenordnung noch verhältnismäßig ist. Es waren ja fast hundert Beamte im Einsatz. Dazu noch sechs Wochen nach dem eigentlichen Geschehen.“  Positiv bewerteten die Jungen Liberalen den Vorgang. „Es schafft Vertrauen in den Rechtsstaat, wenn eine konsequente Aufarbeitung durch unsere Behörden erfolgt“, sagte der Kreisvorsitzende Moritz Harrer. Vereinsmitglieder des Ikuwo wollten sich zur Durchsuchung nicht äußern. „Kein Kommentar“, hieß es knapp.

Wie es nun weitergeht im Fall des geraubten Verbindungsbandes, werden die kommenden Wochen zeigen. „Mit einer Auswertung der Durchsuchungs-Ergebnisse ist nicht vor Ende nächster Woche zu rechnen“, so die Staatsanwaltschaft. Ermittlungen der Behörde laufen aktuell nicht nur wegen der Körperverletzung und dem Raub des Verbindungsbandes, sondern auch gegen eine Person aus der Menschengruppe, welche der Polizei nach dem Vorfall vor dem Ikuwo den Zutritt verwehrt hatte. Die Polizei war damals wieder abgezogen. „Wir ermitteln in diesem Fall wegen Begünstigung und Strafvereitelung“, so Sprecher Martin Cloppenburg.

Anne Ziebarth und Kay Steinke

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