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Betrug mit Ferienwohnungen: Geldwäscher verurteilt

Kühlungsborn/Boltenhagen Betrug mit Ferienwohnungen: Geldwäscher verurteilt

58 Urlauberfamilien wurden im Sommer 2014 um ihr Geld gebracht. Ein Rostocker hat dafür ein Jahr Haft auf Bewährung bekommen, der Haupttäter ist noch flüchtig.

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Ferienwohnungen sind vor allem in den Sommermonaten eine beliebte Unterkunft für Urlauber.

Quelle: Jens Büttner

Kühlungsborn. Noch ist der Mann nicht gefasst, der im vergangenen Sommer viele Urlauber mit falschen Ferienwohnungen um ihr Geld gebracht hat. Doch sein Geldwäscher, der Rostocker Stephan S. (45), ist am Mittwoch zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss er 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Dass die Geschädigten, 58 Urlauber aus ganz Deutschland, ihr Geld wiederbekommen, ist unwahrscheinlich: Der Haupttäter ist mit einem Großteil der Beute verschwunden.

Drahtzieher soll ein etwa 50-jähriger Mann mit bayrischem Akzent sein. Der habe sich Stephan S. im Juli 2014 an einem Kiosk nur als Uwe vorgestellt und ihn auf ein Bier eingeladen. „Er sagte, er vermietet Ferienwohnungen und würde gern mein Konto nutzen, damit seine Ex-Frau nichts von dem Geld abbekommt“, erzählt S. Noch am Kiosk gibt er „Uwe“ seine Kontonummer. Kontakt halten sie per Telefon. In den darauffolgenden Tagen gehen mehrere zehntausend Euro ein – Vorauszahlungen für Ferienwohnungen unter anderem in Kühlungsborn, Boltenhagen und auf Rügen. Als Vermieter wird im Internet ein Dr. Stephan S. angegeben und dessen Kontonummer. „Davon wusste ich aber nichts“, beteuert der Angeklagte. Auch dass „Uwe“ weder Kontoauszüge noch die Namen der Einzahler haben will, machen den Hartz-IV-Empfänger, der nach eigenen Angaben täglich zehn Bier trinkt, nicht stutzig. Vom 28. bis zum 31. Juli 2014 habe er „Uwe“ insgesamt 39 000 Euro übergeben und dafür etwa 1000 Euro kassiert.

Am 1. August 2014 fliegt der Schwindel auf, weil Urlauber nach ihrer Anreise ohne Unterkunft dastehen. Die Polizei durchsucht S.’s Wohnung, das Konto wird gesperrt. „Uwe“ ist bislang unauffindbar.

 



Kerstin Schroeder

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