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Aktuelle Beiträge Brand am Weststrand: Feuerwehr kämpft mit zugewucherten Wegen
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00:15 14.01.2015
Einige Nationalpark-Wege sind für Löschfahrzeuge nicht zugänglich. Bei einem Großbrand könnte das laut Feuerwehr Probleme geben. Quelle: Timo Richter

Die Freiwillige Feuerwehr Prerow musste am Montagabend einen Kleinbrand im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft bekämpfen. Spaziergänger hatten unter einem Baumstumpf in den Dünen am Prerower Weststrand ein Glutnest entdeckt und die Kurverwaltung informiert. Die wiederum alarmierte den Wehrführer Peter Schneider. „Ich dachte zunächst an einen Scherz“, gestand Schneider gestern gegenüber der OZ. Schließlich habe es in den vergangenen Tagen fast ununterbrochen geregnet.

Die erste Hürde für die zehn Feuerwehrleute stellte in der einsetzenden Dämmerung die Suche nach der von den Spaziergängern beschriebenen Stelle dar. Doch dann gab es ein viel größereres Problem — die zugewucherten Wege. Von einem Mitarbeiter des Nationalsparks hätten die Feuerwehrleute die Information bekommen, dass sie auf dem „Kleinen Wurzelweg“ dem Glutnest am nächsten kämen. „Der Weg war sehr schlecht befahrbar“, erklärte der Wehrführer. „Ein Kamerad musste vorausgehen und mit einer Kettensäge den Weg frei schneiden.“ Schon mehrmals hätte die Feuerwehr darauf aufmerksam gemacht, dass die Wege im Nationalpark für die Feuerwehrfahrzeuge schwer zugänglich seien. „Sollte wirklich einmal ein größerer Waldbrand ausbrechen, wird es schwierig, diesen mit mehreren Fahrzeugen zu erreichen“, sagte Peter Schneider.

Der Leiter des Nationalparkamts, Gernot Haffner, wiegelte ab: „Die Hauptwege sind zu jeder Jahreszeit frei passierbar. Falls umgestürzte Bäume nach einem Sturm diese Wege versperren, werden sie auch beräumt. Wir sind allerdings in einem Schutzgebiet — vor allem in der Kernzone, dort wo das Glutnest entdeckt wurde — können wir nicht jeden Weg frei räumen.“ Schließlich müsse das Nationalparkamt auch seinem Schutzauftrag erfüllen.

Wenn ein Feuer auf einem kleineren Weg entstehe, habe man zwei Möglichkeiten: „Die Rettungskräfte müssen entscheiden, ob sie sich, wie die Feuerwehrleute am Montag, Zugang verschaffen oder ob man an einer zugänglichen Stelle eine Brandsperre errichtet und einen kleinen Flächenverlust in Kauf nimmt“, erklärte der Leiter des Nationalparkamtes. Grundsätzlich gelte, Menschenleben zu schützen. So gebe es ein Rettungswegekonzept, dass regle, welche Wege frei sein müssten.

Die Prerower Feuerwehrleute konnten den Einsatz am Montagabend nach knapp drei Stunden beenden. Da ein Selbstentzünden nach Auskunft der Feuerwehr ausgeschlossen werden kann, geht man davon aus, dass es sich bei dem Glutnest um eine Lagerfeuerstelle handelte. Aufgrund des Windes wurde wahrscheinlich ein Loch gebuddelt und dann das Feuer entzündet. Das Feuer habe sich durch das Wurzelwerk und die Torfschichten „gefressen“. „Wir mussten das Glutnest deshalb zunächst mit Spaten und Axt freilegen“, erklärte der Prerower Wehrführer.

Ein Kamerad musste vorausgehen und mit einer Kettensäge den Weg frei schneiden.“Peter Schneider,
Wehrführer Prerow



Detlef Lübcke und Anika Hoepken

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