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Aktuelle Beiträge Demo-Montag: Evershagen im Ausnahmezustand
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08:42 14.03.2018
Bild von der bislang letzten großen AfD-Demo in Rostock: Bei der Kundgebung im Herbst 2015 kam es zu Ausschreitungen zwischen Aktivisten aus dem rechten und dem linken Spektrum. Fünf Polizisten wurden verletzt. Quelle: Andreas Meyer
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Rostock

Ganze Straßenzüge werden komplett gesperrt, Mülleimer und -container abgebaut, Parkplätze abgeriegelt: Rostocks Nordwesten droht am Montagabend das (Verkehrs-)Chaos. Polizei und Stadt rechnen mit mehreren Hundert Menschen, die sich an der Demonstrationen der AfD oder den geplanten Gegenprotesten beteiligen werden. In den sozialen Netzwerken im Internet, aber auch auf Flugblättern und Plakaten versuchen beide Seiten seit Tagen Teilnehmer zu mobilisieren. Dass es in Evershagen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen wie vor zwei Jahren in der Innenstadt kömmen könnte – nicht ausgeschlossen: So kursiert beispielsweise ein Flugblatt der Antifa, auf dem es heißt: „AfD-Demo zum Desaster machen. Antifa heißt Angriff.“

Stadt warnt: Anwohner sollen umparken

„Nach Möglichkeit sollten im Bereich Gorki-, Morus-, der Bredel-, Welk-, Brecht- und Makrenko-Straße keine Autos geparkt werden“, warnt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Die Straßenzüge würden bereits ab 17 Uhr gesperrt, die Buslinien 25 und 38 sowie die Straßenbahnen 1 und 5 werden umgeleitet oder fallen zeitweilig komplett aus. Rostocks Polizeichef Michael Ebert reagiert gelassen auf die kursierenden Nachrichten: „Wir kennen das alles und sind auf alle Szenarien vorbereitet“, sagt er. Wie viele Beamte im Einsatz sein werden – das verrät er aus taktischen Gründen aber nicht. Nur so viel: „Wir werden ausreichend Kräfte haben, um den Teilnehmern der angemeldeten Kundgebungen die im Grundgesetz verankerte Versammlungsfreiheit zu eröglichen.“

„Rostock nazifrei“: Weitere Demos bereits geplant

Längst heißt es, dieser Montag könnte nur der Anfang sein: Für Anfang April hat die AfD bereits die nächste Kundgebung angemeldet – wieder für einen Montag. „Bis vor Kurzem marschierte an Montagabenden noch die von der NPD gesteuert MVgida durch die Straßen. Nun will offenbar die AfD das Ruder übernehmen“, sagt Matthias Siems vom Bündnis „Bunt statt braun“. An den bisherigen AfD- Kundgebungen hatten auch Aktivisten der NPD teilgenommen. Zuletzt sorgte ein geplanter Schulterschluss der Partei mit dem als rechtsextremistisch eingestuften Identitären Bewegung für Schlagzeilen. „Wir haben die Sorge, dass die AfD und andere Gruppen eine regelmäßige Plattform in Rostock aufbauen wollen – und dass sie in allen Stadtteilen auf die Straße gehen wollen.“

Vize-OB: Flagge zeigen gegen Hass

Der Gegenprotest zur AfD-Demo startet um 17 Uhr mit einer interkulturellen Andacht in der Thomas-Morus-Kirche. Vertreter evangelisch-lutherischen sowie der katholischen Kirche, aber auch des Islamischen Bundes und der Jüdischen Gemeinde nehmen daran teil. Anschließend wollen die Teilnehmer in der Nähe des Lidl- Parkplatzes an der Maxim-Gorki- Straße gegen den AfD-Aufmarsch protestieren. Die AfD indes startet um 18.30 Uhr auf dem Supermarkt-Parkplatz. Rostocks Vize-OB Müller von Wrycz-Rekowski bekennt sich im Vorfeld ganz klar: Die Hanse- und Universitätsstadt stehe für „Weltoffenheit, für Freiheit und die Neugier auf das Unbekannte.“ Er würde sich daher freuen, wenn sich möglichst viele Rostocker den Kundgebungen für Toleranz und Vielfalt anschließen: „Gegenseitige Ablehnung und Rassismus sind keine gute Grundlage, um Rostock weiter nach vorn zu entwickeln. Nutzen wir den Tag also, um deutlich zu machen, dass Hass, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt in unserer schönen Stadt keinen Platz haben!“

Andreas Meyer

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