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Aktuelle Beiträge Dietmar Grotzky: Nicht ohne Telefon in den Wald
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12:15 07.03.2018
Dietmar Grotzky (r.) bekommt Blumen zum Dank von Ulrich Nehls, der gemeinsam mit Jürgen Steffen den Vorsitz des Kreisverbandes inne hat. Quelle: Foto: A. Krüger
Grimmen

Betrüger, rücksichtslose Radfahrer, ältere Verkehrsteilnehmer sowie Falschparker sorgten gestern für jede Menge Gesprächsstoff beim traditionellen Männerfrühstück der Grimmener Ortsgruppe des Sozialverbandes. Eingeladen hatten Ulrich Nehls und Jürgen Steffen als Vorsitzende der Ortsgruppe, die gleichzeitig den Kreisverband Nordvorpommern bildet, zu der lockeren Frühstücksrunde auch den Leiter des Grimmener Polizeireviers, Hauptkommissar Dietmar Grotzky.

Der demographische Wandel sei in der Region allgegenwärtig. Das spiegele sich auch in der Arbeit der Grimmener Polizisten wider, berichtete Dietmar Grotzky. „Die Meldung von Vermissten ist nicht selten.“ Er erinnerte an den vermissten Rentner aus Bretwisch, nach dem tagelang gesucht wurde. „Leider mit einem tragischen Ergebnis“, so Grotzky. Der Rentner konnte nur noch tot aufgefunden werden.

„Sie leben hier nun mal in einem Flächenland. Dort gefunden zu werden, ist schwieriger als beispielsweise in Stralsund“, mahnte Grotzky. Er riet den Herren, sich abzumelden, wenn sie beispielsweise einen Spaziergang in den Wald planen, und ein Telefon mitzunehmen. Auch in Sachen Autofahren mahnte er zu Besonnenheit. „Ich weiß, es ist wichtig, mobil zu sein. Aber, in Ihrem eigenen Interesse, nehmen Sie Bedenken Ihrer Kinder und Enkel ernst.“

Der Hauptkommissar nahm sich den gestrigen Vormittag nicht nur Zeit, um Ratschläge zu geben. Er stellte sich auch den Fragen der Herren. Die nahmen Missstände ins Visier, wie das Verhalten mancher Radfahrer. „In dem Einbahnstraßenbereich der Erich-Weinert-Straße wurde extra ein Radweg eingerichtet. Leider ist dort oft zu beobachten, dass Radfahrer entgegengesetzt der Fahrtrichtung unterwegs sind. In anderen Bereichen nutzen Radfahrer die Fußgängerwege und fordern sogar auf, Platz zu machen“, berichtete einer der Herren und fragte, warum es diesbezüglich nicht mehr Kontrollen gebe. Den Hinweis zum Radverkehr in der Weinert-Straße wolle er gern mitnehmen, versprach Grotzky. Im Allgemeinen sei die Kontrolle von Radfahrern in Grimmen aber eine Gratwanderung. Denn, abgestraft müssten bei Fehlverhalten sowohl jüngere als auch ältere werden. „Und manche älteren Leute mit Rad sind auf den Gehwegen tatsächlich sicherer aufgehoben“, meinte Grotzky. Und Unfälle mit Radfahrern seien in Grimmen und Umgebung eher selten.

Zu den Beschwerden der Herren, dass zunehmend Autos geparkt werden, wo es nicht erlaubt ist, verwies Grotzky an die Stadtverwaltung. „Wir sind lediglich für den fließenden Verkehr zuständig. Nur im Notfall, wenn beispielsweise Rettungsfahrzeuge nicht durchkommen, können wir einschreiten“, erklärte er.

Der Wegfall der sogenannten Abschnittsbevollmächtigen, den Polizisten, die zu Fuß durch die Straßen gehen, und die Frage ob dies Sinn macht, beschäftigte Jürgen Steffen. Er wollte wissen, wie diese fehlende Polizeipräsenz kompensiert wird. „Die Kommunikation funktioniert heutzutage aufgrund von Technik ganz anders. Beinahe jeder hat mittlerweile ein Handy und kann die Notrufnummer wählen. Andererseits wird zunehmend die Möglichkeit genutzt, über unser Online-Portal eine Anzeige zu erstatten“, berichtete Grotzky.

Letztlich war es dem Hauptkommissar noch wichtig, die Herren für das Thema „Betrug“ zu sensibilisieren. Denn der Fall eines 81-jährigen Papenhageners, der wegen eines angeblichen Gewinns über 800 Euro vorab in die Türkei überweisen sollte, muss allen Mahnung sein, so Grotzky. Zwei Postfrauen hatten den Mann vor der Überweisung bewahrt (die OZ berichtete).

Der Sozialverband

Seit 1991 gibt es die Grimmener Ortsgruppe des Sozialverbandes.

Einst unter dem Namen Reichsbundgegründet, gibt es den Sozialverband Deutschland (SoVD) bereits seit knapp 101 Jahren.

Der SoVD vertritt die Interessen der Rentner, der Patienten und gesetzlich Krankenversicherten sowie der pflegebedürftigen und behinderten Menschen.

160 Mitglieder gehören zu dem Grimmener Verein.

Einmal im Monat wird sich in Grimmen unter anderem zum Frühstück im „Kiek in“ in der Straße der Solidarität getroffen – am ersten Dienstag im Monat zum Männerfrühstück, am ersten Donnerstag im Monat zum Frauenfrühstück.

Anja Krüger

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