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Aktuelle Beiträge Drei Raubüberfälle an einem Abend
Nachrichten Polizei-Report Aktuelle Beiträge Drei Raubüberfälle an einem Abend
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01:22 15.01.2015
Das ist ein bisher einmaliger Vorgang — in dieser Häufung über einen kurzen Zeitraum hat es in Greifswald noch keine Überfälle gegeben.“Ortrun Schwarz, Polizeisprecherin

Gleich drei Mal hintereinander überfielen Unbekannte am Dienstagabend in der Hansestadt Passanten. Mehrere der Geschädigten wurden dabei verletzt und mussten anschließend den Arzt aufsuchen. Die Ausbeute der Raubüberfälle fiel eher gering aus. „Das ist dennoch ein bisher einmaliger Vorgang — in dieser Häufung über einen kurzen Zeitraum hat es in Greifswald noch keine Raubüberfälle gegeben“, sagt Polizeisprecherin Ortrun Schwarz. Zudem erschrecke die Brutalität, mit der die Täter am Dienstag vorgegangen seien.

Bislang seien Straftaten dieser Art höchstens im Zeitraum von mehreren Tagen passiert. „Wir arbeiten deshalb mit Hochdruck an der Aufklärung der Überfälle. Das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung hat eine hohe Priorität“, versichert sie.

Was war passiert? Zunächst wurde gegen 17.30 Uhr in Schönwalde I eine Frau überfallen. Die 55-Jährige kam gerade vom Einkaufen, als sie in der Loissiner Wende unvermittelt von zwei oder drei Unbekannten von hinten zu Boden gerissen wurde. Die Täter nahmen ihren Einkaufsbeutel mit, in dem sich für knapp 40 Euro Lebensmittel befanden. Anschließend flüchteten die Männer Richtung Dubnaring.

Bei dem Sturz verletzte sich die Greifswalderin schwer an der Schulter, so dass sie ins Klinikum gebracht und dort behandelt werden musste.

Nur 20 Minuten später, gegen 17.50 Uhr, ging im Greifswalder Polizeihauptrevier die Mitteilung ein, dass ein 53-jähriger Radfahrer in der Anklamer Straße von zwei unbekannten Männern zu Boden gerissen worden sei. „Sie forderten von dem Mann Bargeld und Handy“, sagt Ortrun Schwarz. Ein Zeuge, der zuvor von genau diesen Männern ebenfalls angegriffen worden war, hatte die Tat beobachtet und die Polizei gerufen. In diesem Fall flüchteten nach den Worten der Polizeisprecherin die Täter, diesmal in unbekannte Richtung. Auch der Radfahrer verletzte sich bei dem Sturz in der Anklamer Straße so schwer, dass er sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben musste.

Damit war der Raubzug der Männer aber noch nicht zu Ende: Knapp zweieinhalb Stunden später, um 20.09 Uhr, wurde eine junge Frau in Schönwalde II überfallen. Die 24-Jährige war gerade mit ihrem Fahrrad im Karl-Liebknecht Ring unterwegs. An der Ecke Anklamer Straße wurde sie plötzlich von zwei männlichen Personen angegriffen. Diese waren unvermittelt seitlich aus dem Gebüsch gesprungen und hatten versucht, die Radfahrerin durch Schläge gegen ihren Hals vom Fahrrad zu stoßen. „Glücklicherweise misslang der Versuch, die Frau wehrte sich gegen diese Attacke und konnte dadurch den Tätern noch davonfahren“, sagt Schwarz. Allerdings erlitt auch sie leichte Verletzungen durch den Angriff.

Alle Taten dürften von denselben Personen begangen worden sein, heißt es seitens der Polizei. „Wir schlussfolgern das aus den Schilderungen aller Geschädigten zum Hergang der Überfälle, die sich doch sehr ähneln“, meint Ortrun Schwarz. Nach ihren Worten schienen sich die Täter in der Dunkelheit sehr sicher gefühlt zu haben, da sie stets mit der gleichen brutalen Methode vorgegangen seien. Die sofort eingeleiteten polizeilichen Fahndungsmaßnahmen führten bisher allerdings noch nicht zur Ergreifung der Täter. „Wir ermitteln jetzt mit Hochdruck weiter“, erklärte die Polizeisprecherin gestern Nachmittag. Gesucht würden deshalb dringend weitere Zeugen und auch alle anderen Hinweise, die zu den mutmaßlichen Tätern vom Dienstagabend führen könnten.

Mehrere Opfer der Überfälle beschreiben die Männer wie folgt: Einer der Täter wird zwischen 20 und 35 Jahre geschätzt und soll 1,80 bis 1,85 Meter groß sein. Er hat eine sportliche Gestalt und kurzgeschorene helle Haare. Zum Zeitpunkt der Tat trug er ein helles Basecap, einen dunklen Kapuzenpullover und eine graue Jogginghose. Der zweite Täter wird als kleiner und stämmiger beschrieben.

Sein Alter wird auf etwa 30 Jahre geschätzt. Er war dunkel gekleidet, eventuell mit einem Karomuster an Jacke oder Hose.

„Wir bitten die Bevölkerung um jeden nur denkbaren Hinweis zur Aufklärung dieser Taten in den Stadtteilen Schönwalde I und II. Auch wenn die Beobachtung noch so unwichtig erscheint, bitten wir um einen Rückruf im Polizeihauptrevier Greifswald oder jeder anderen Polizeidienststelle. Wir wollen die Täter möglichst schnell ergreifen“, betont Schwarz.

Hinweise: ☎ 03834/5400



Cornelia Meerkatz

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