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Fischkutter in Wieck gesunken

Greifswald Fischkutter in Wieck gesunken

Ursache war wahrscheinlich ein falsch eingestelltes Ventil, so dass Wasser einfließen konnte

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Stralsunder Taucher befestigen die Gurte, damit der Kutter gehoben werden kann. FOTOS (4): ECKHARD OBERDÖRFER

Greifswald. Am Sonnabend wollte der Wiecker Martin Heiden zum Fischen auslaufen. Aber als er gegen 8 Uhr an der Anlegestelle kurz hinter der Klappbrücke ankam, ragten nur die oberen Aufbauten aus dem Wasser. Sein Kutter war in der Nacht zum Sonnabend gesunken. Personen befanden sich zum Glück nicht an Bord.

OZ-Bild

Ursache war wahrscheinlich ein falsch eingestelltes Ventil, so dass Wasser einfließen konnte

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Mit Hilfe der Berufsfeuerwehren Greifswald und Stralsund sowie eines Kranes konnte das Schiff am Nachmittag geborgen werden. Elektronik und weitere technische Einrichtungen wurden beschädigt. Der entstandene Schaden wird von der Polizei auf mehrere Tausend Euro geschätzt.

Sein Kutter sei in Ordnung, sagte der 80 Jahre alte Eigentümer gegenüber der OZ. Heiden fischt seit 1959. Der aktuell von ihm genutzte Kutter wurde 1985 gebaut. Heiden hatte am Freitag das Schiff fürs Auslaufen vorbereitet.

Wie die Wasserschutzpolizei Wolgast auf OZ-Nachfrage gestern informierte, sank der Kutter nach derzeitigem Erkenntnisstand aufgrund technischer Probleme. Ein Ventil war fehlerhaft eingestellt, so dass Wasser eindrang. Das Ermittungsverfahren sei noch nicht abgeschlossen. Nach Abpumpen des Wassers schwimmt der Kutter wieder im Ryck.

Am Sonnabend um 8.10 Uhr informierte die Rettungsleitstelle die Einsatzleitstelle der Polizei. „Wir waren etwa 8.15 Uhr hier“, so einer der Gruppenleiter der Greifswalder Berufsfeuerwehr. Eine Ölsperre um den havarierten Kutter wurde gelegt, mit Spezialtüchern Öl auf der Oberfläche aufgesagt. Negative Auswirkungen auf die Umwelt sind nicht zu erwarten, so die Einschätzung der Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Umwelt und Landwirtschaft.

Etwa 11.30 Uhr traf ein großer Kran der Grimmener Firma Krandienst Lange mit der erforderlichen Ausstattung in Wieck ein. Der zehn Meter lange und 3,50 Meter breite Kutter wiegt zehn Tonnen, das Wasser nicht mitgerechnet.

„Für uns ist so eine Bergung nichts Besonderes“, sagt Außendienstler Gustav Siegmeier. „Zuletzt waren wir in Dranske und schon häufig in Stralsund.“ Dort habe die Firme gesunkene Fischbrötchenkutter geborgen.

In Wieck waren zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Taucher der Berufsfeuerwehr Stralsund vor Ort. „Zwei werden runtergehen“, informierte Ulf Dopichaj, während die Taucher mit dem Eigner über die besten Stellen für die Gurte zum Hochheben des Kutters fachsimpelten. Der Ryck ist an dieser Stelle kein angenehmes Tauchrevier, bestätigten die Männer. Die Sicht am Grund ist gleich Null, Schlick erschwert die Arbeiten. Auch für die Stralsunder ist das Bergen von Fahrzeugen Alltag. „Wir waren im Januar in Stahlbrode“, so Dopichaj. Dort landete ein Skoda im Hafenbecken. Der 68-jährige Fahrer konnte sich selbst ans Ufer retten. Gegen 13 Uhr war es in Wieck soweit. Die Gurte waren angebracht. Der Kran zog den Fischkutter über die Oberfläche des Ryck. Die Berufsfeuerwehr begann sofort, Wasser aus dem Schiff abzupumpen. „Wir waren so 16/17 Uhr fertig und der Kran konnte abfahren“, so Gustav Siegmeier. Alle Ventile an Bord seien geschlossen worden, die Ursachensuche begann. Es habe so lange gedauert, weil ein Spezialauto die restlichen Betriebsstoffe des Kutters bergen musste.

Eckhard Oberdörfer

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