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Aktuelle Beiträge Fischwilderei in MV wird teuer
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07:57 21.04.2018
Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei MV,  Abteilungsleiter Thomas Richter Quelle: Dietmar Lilienthal
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Rostock

Seit 2013 benötigen Kinder in MV bis zum vollendeten 14. Lebensjahr für das Angeln keinen Fischereischein mehr. Eine Angelerlaubnis für das jeweilige Gewässer aber müssen sie trotzdem erwerben. Über aktuelle Regelungen, Fischwilderei und den sogenannten Touristenfischereischein sprach die OZ mit Thomas Richter (56), Abteilungsleiter Fischerei im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.

Zeitlich begrenzte Dokumente

2017 wurden in MV gut 100 000 Abgabemarken für Fischereischeine ausgegeben. Eine Erfolgsgeschichte stellen die zeitlich begrenzten Dokumente dar– die sogenannten Touristenfischereischeine: Wurden 2005 noch 4200 dieser Dokumente erteilt, so waren es im Vorjahr bereits mehr als 21 000! Allein 5473 Bürger aus MV erwarben 2017 diese Berechtigung.

Warum stellt  das Fischen ohne Angelerlaubnis eine Straftat dar?

Thomas Richter: Es ist eine Straftat, da mit dem unerlaubten Fischfang der Besitzer des Gewässers geschädigt wird. Ein Verstoß wird strafrechtlich verfolgt. Wer ohne Angelerlaubnis von den hierzulande 330 ehrenamtlichen  und 17 hauptamtlichen Fischereiaufsehern erwischt wird, macht sich der Fischwilderei schuldig. Diese Fälle werden von der Staatsanwaltschaft verfolgt.

Welche Sanktionen drohen?

Im vergangenen Jahr wurden in MV insgesamt 1380 Verstöße gegen das Fischereirecht registriert. Zum Vergleich: 2016 waren es 1530. An die Staatsanwaltschaften gingen 2017 exakt 589 Straftatsanzeigen. Mitunter folgen dann Geldstrafen, die mehr als 1500 Euro betragen können.

Welche Verstöße  - außer Fischwilderei - stellen die Kontrolleure häufig fest?

Oft werden beispielsweise die Schonzeiten, die Mindestmaße und beim Dorschangeln die Fangbegrenzung _ außerhalb der Schonzeit von Februar bis März sind es von fünf Dorsche pro Tag und Angler _ nicht eingehalten.

Wer hierzulande an einem der mehr als 2000 Gewässer angeln möchte, benötigt auch einen Fischereischein. Worin unterscheidet sich dieser von der Angelerlaubnis?

Der Fischereischein ist ein staatliches Dokument. Er belegt, dass der Hobbyangler über die entsprechende Sachkunde verfügt. Die entsprechende Prüfung obliegt dem Land und wird von den Kommunen umgesetzt.

Wie viele Kinder angeln im Nordosten ohne Fischereischein?

Im Nordosten profitieren schätzungsweise jährlich 5000 kleine Petrijünger von der seit 2013 gültigen Regelung, dass Kinder in MV bis zum vollendeten 14. Lebensjahr für das Angeln keinen Fischereischein benötigen.

Weshalb braucht aber auch der Angel-Nachwuchs  eine Angelerlaubnis?

Die Angelerlaubnis stellt ein privatrechtliches Dokument dar, und der Gesetzgeber konnte dafür keine Ausnahme festlegen. Sie wird von Eigentümern und Pächtern der Angelgewässer erteilt. Im Nordosten sind dies mehr als 200.

Was kostet den Nachwuchs beispielsweise eine Angelerlaubnis für die Küstengewässer?

Eine Angelerlaubnis für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr im Bereich der Küstengewässer kostet zehn Euro. Der Landesanglerverband bietet diese für seine Pachtgewässer für acht Euro an. Die Preise für die Angelerlaubnisscheine in den anderen Gewässern in MV fallen bei den Eigentümern und Pächtern dagegen höchst unterschiedlich aus. Zumeist sind Kinder- und Jugendkarten deutlich günstiger.

Wer seinen 14. Geburtstag begeht, unterliegt der Fischereischeinpflicht?

Das trifft zu. Wer keinen Fischereischein auf Lebenszeit besitzt, der mit einer Prüfung verbunden ist, kann seit 2005 ein zeitlich befristetes Dokument – etwa bei Ordnungsämtern und Touristinformationen – erwerben. Umgangssprachlich wird es Touristenfischereischein genannt. Kostenpunkt: 24 Euro für 28 Tage am Stück. Die Berechtigung kann beliebig oft verlängert werden.

Penne Volker

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