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Aktuelle Beiträge Gefährlich: Im Kreis passieren immer mehr Wildunfälle
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00:00 06.05.2017

Unfälle mit wilden Tieren entwickeln sich im Landkreis Nordwestmecklenburg mehr und mehr zum Problem. Im Süden des Kreises gab es allein von Donnerstag auf gestern sieben Wildunfälle. Diese Gefahr spiegelt sich auch in der Unfallstatistik der Polizeiinspektion Wismar für das Jahr 2016 wider, die gestern veröffentlicht wurde. Allein im Gebiet der Hansestadt gab es 63 Unfälle mit Rehen, Wildschweinen, Dachsen – in Grevesmühlen sogar 86. Auch insgesamt gab es im vergangenen Jahr 150 Unfälle mehr im Kreis als im 2015. Damit bestätigt Nordwestmecklenburg auch den landesweiten Trend, nachdem es wieder mehr Unfälle auf Mecklenburg-Vorpommerns Straßen gab.

Pendler sind mehr gefährdet

Die meisten Wildunfälle passieren montags und freitags in den frühen Morgen- und Abendstunden. „Daraus kann man ableiten, dass dann vermutlich mehr Pendler auf den Straßen unterwegs sind“, sagt Polizeihauptkommissar Thomas Huschka-Kössler, der für den Sachbereich Verkehr bei der Inspektion in Wismar zuständig ist. Und: Die meisten dieser Unfälle passieren auf den schmaleren Kreis- und Landesstraßen. „Die Autobahnen sind oft gut durch Schutzzäune gesichert“, bestätigt Sibylle Hofmann, Direktorin der Polizeiinspektion.

Die vielen Wildunfälle bringen jedoch vergleichsweise wenig Verletzte mit sich. Bei insgesamt 1614 Wildunfällen gab es lediglich elf Leichtverletzte und einen Schwerverletzten.

Weniger Tote auf den Straßen

Zudem sind auf Nordwestmecklenburgs Straßen weniger Menschen gestorben als noch im Vorjahr. Sieben Tote gab es 2016 bei insgesamt 5420 Unfällen im Kreis. 2015 sind elf Menschen durch Verkehrsunfälle gestorben – bei insgesamt weniger Unfällen. „Wir wollen natürlich am liebsten eine Null in der Statistik bei den durch Unfälle Verstorbenen sehen“, betont Sibylle Hofmann. Dennoch sieht sie eine positive Entwicklung. Im Jahr 1998 sind noch insgesamt 53 Menschen auf den Straßen im Landkreis gestorben. „Wir haben über die Jahre sehr intensiv in der Unfallkommission daran gearbeitet, die Straßen sicherer zu machen“, sagt die Direktorin.

Diese Kommissionen treffen sich mehrmals im Jahr zu verschiedenen Themen und arbeiten Unfallschwerpunkte der einzelnen Regionen auf. Dort werde genau geschaut, wie die Unfälle passiert sind, was für sie ursächlich sei und wie man Gefahrenquellen künftig langfristig vermeiden kann.

Mehr Sachschäden

Zwar ist die Zahl der Schwerverletzten und Getöteten zurückgegangen, dafür gab es jedoch mehr Sachschäden. Eine mögliche Erklärung: „Die Technik und Sicherheitsvorkehrungen in den Autos werden besser. Dadurch sind die Insassen natürlich auch besser geschützt“, schätzt Sibylle Hofmann ein.

Auch die Zahl der Unfälle, in denen Radfahrer und Pedelec-Fahrer verwickelt waren, ist gestiegen. Pedelecs – mit Elektroakkus unterstützte Fahrräder, die auch auf Radwegen gefahren werden müssen – werden allerdings erst seit 2015 statistisch bei der Polizei erfasst. „Viele Radler müssen sich erst noch an diese Gefährte gewöhnen“, sagt die Leiterin der Polizeiinspektion. Bremsverhalten, die richtige Geschwindigkeit, Radius – an all dies müssten sich viele erst wieder gewöhnen, wenn sie lange kein Rad gefahren sind.

Zahl der Radunfälle steigt an

Es gebe zudem keine speziellen örtlichen Unfallschwerpunkte bei Radfahrern. Aber: „Es müssen auch die richtigen Radwege genutzt werden“, mahnt Thomas Huschka-Kössler.

Das Hauptproblem sei bei vielen, die vorgesehenen Wege nicht oder nicht richtig zu nutzen. Es passierten außerdem nicht nur Unfälle zwischen Radlern und Autofahrern, sondern auch zwischen zwei Radlern, die sich im Verkehr in die Quere kommen.

Michaela Krohn

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