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Aktuelle Beiträge Gefahr im Boden: Noch Tausende alte Bomben im MV
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06:00 19.09.2018
Eine Brandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg: Für die Entschärfung dieses „Kampfmittels“ musste 2014 das Rostocker Petriviertel evakuiert werden (Symbolbild). Quelle: Stefan Tretropp
Rostock

Der warme Sommer – er hat auch einer Spezialeinheit des Innenministeriums besonders viel Arbeit beschert: 2,9 Tonnen Kampfmittel – Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg, Munition oder auch Waffen – musste der Munitionsbergungsdienst (MBD) des Landes allein bis Ende Juli beseitigen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2017 waren es nur 3,8 Tonnen. „Es gab mehr Zufallsfunde, weil mehr Menschen im Freien unterwegs waren“, so Marion Schlender, Sprecherin des Innenministeriums. Denn die Gefahr durch die explosiven Altlasten ist auch mehr als 70 Jahre nach Kriegsende längst nicht gebannt.

Fast 800 Flächen mit Munition im Land

Laut neuesten Zahlen der Schweriner Regierung sind noch immer fast vier Prozent der gesamten Landesfläche mit Munition belastet. Insgesamt 798 einzelne Flächen – zusammen so groß wie 217 000 Fußballfelder – sind im Kampfmittel- Kataster aufgelistet. Und für jede einzelne gibt es eine Gefahren- Analyse.

Seit Jahrzehnten wertet der MBD dafür Luftaufnahmen aus – auch aus den Archiven der britischen und amerikanischen Luftwaffe. Ergebnis: Für mehr als die Hälfte der belasteten Flächen sieht das Land „Handlungsbedarf“. Für 175 Flächen hat der MBD sogar vorgeschrieben, dass die Beseitigung der Bomben, Granaten oder Patronen „erforderlich“ ist. Ein aufwändiges Unterfangen: Gerade mal etwas mehr als 5000 Hektar wurden bislang beräumt. Wie viel Munition insgesamt noch unter der Erde liegt – das Land weiß es nicht.

Diese Karte zeigt mit Munition belastete Gebiete in MV

Luftangriffe auf Rostock, Wismar, Usedom

Besonders die großen Städte in MV sind von der Gefahr im Erdreich betroffen: Schwerin wurde noch Ende April 1945 – wenige Tage vor Kriegsende – bombardiert. Stralsund war im Oktober 1944 verheerend angegriffen worden, gleich zehn Luftangriffe erlebte Wismar.

Noch schlimmer traf es Usedom und Rostock: In Peenemünde und auch an der Warnow gab es große Waffenschmieden. Auf Usedom wurden Rakete gebaut, in der Hansestadt Flugzeuge. 29 Mal flogen die Bomber der Alliierten Angriffe auf Rostock. Mehr als 3000 Tonnen Bomben warfen die Flieger ab. Rund zehn Prozent – so die Schätzung der Fachleute des Munitionsbergungsdienstes – explodierten nicht und könnten noch heute im Erdreich liegen. Erst Ende August hatte der Fund einer britischen Brandbombe einen Großalarm in Rostock ausgelöst: Die Stadtautobahn, Bahnstrecken und selbst Gasleitungen mussten stundenlang gesperrt werden.

Tausende Tonnen Granaten in der Ostsee

Die Munition ist und bleibt gefährlich: Bevor auf einer belasteten Fläche gebaut wird, müsse das Areal unbedingt von Fachleuten untersucht werden, so Ministeriumssprecherin Schlender. Nur so könne vermieden werden, dass Bagger versehentlich eine Bombe ausgraben – „mit zum Teil gravierenden Folgen“.

Besonders problematisch: Ein Großteil der Munition in MV liegt nicht an Land. „Wir haben 65 000 Hektar in der Ostsee, in denen Kampfmittel entdeckt wurden“, heißt es aus dem Innenministerium. Bomben und Munition liegen im großen Stil unter anderem vor Zingst und der Halbinsel Wustrow bei Rerik. Dort wurde Munition nach Aufspülungen im großen Stil auch an den Strand gespült. Die Reinigung dauerte Wochen.

Andreas Meyer

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