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Geröllabbruch: 92-Jähriger wird schwer verletzt

Klein Zicker Geröllabbruch: 92-Jähriger wird schwer verletzt

Rüganer kommt mit schweren Verletzungen am Bein und Kopf ins Krankenhaus / Untersuchung der Kriminalpolizei dauern an

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Die Baggerarbeiten wurden nach dem Unglück sofort unterbrochen. Die Kriminalpolizei nahm vor Ort die Ermittlungen auf. Die Absperrung wurde ersten Erkenntnissen zufolge übergangen. FOTOS (2): CHRISTIAN NIEMANN

Klein Zicker. Wieder Rügen, wieder eine Steilküste und wieder gibt es ein Opfer zu beklagen. Bei einem Geröllabbruch an der Rügener Steilküste ist gestern ein 92-jähriger Mann schwer verletzt worden.

OZ-Bild

Rüganer kommt mit schweren Verletzungen am Bein und Kopf ins Krankenhaus / Untersuchung der Kriminalpolizei dauern an

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Unfälle

Am 22. April ereignete sich im Nationalpark Jamsund ein tödlicher Unfall. Eine 20-Jährige Hamburgerin stürzte von den Kreidefelsen rund 60 Meter in die Tiefe.

Am 6. Mai stürzte im Nationalpark Jasmund eine Urlauberin unterhalb der Kliffküste so schwer, dass sie sich den Fuß gebrochen hatte und mit dem Seenotrettungskreuzer abtrasportiert werden musste.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kam es bei Baggerarbeiten an der Steilküste von Klein Zicker zu einem Abbruch von Geröll, das einen am Strand stehenden Mann teilweise unter sich begrub. Der Mann sei schwer am Kopf und am Bein verletzt worden, Lebensgefahr bestehe aber nicht, teilte die Polizei in Stralsund mit. Er sei mit einem Rettungshubschrauber in das Greifswalder Klinikum geflogen worden.

Der Abbruch ereignete sich nicht an der berühmten Kreideküste, sondern im Südosten der Insel, wo die Steilküste durch Sand und Mergel geprägt ist. Die Region ist besonders stark von Küstenabbrüchen betroffen. Der 92-Jährige stammt aus der Gemeinde Thiessow und wollte laut Polizei wohl die Bauarbeiten beobachten. Das Gebiet unterhalb der Baustelle sei durch ein Absperrband abgesichert gewesen, das der Mann aber wohl missachtet habe. Die Bauarbeiter hätten ihn vor dem Unfall noch gewarnt, allerdings ohne Erfolg. An der Unfallstelle stand früher eine sowjetische Radarstation, die nach der Wende zwar eingeebnet wurde. Im Boden liegen allerdings noch Betonplatten und Ziegelsteine.

„Durch die Küstenabbrüche werden immer wieder Teile der Station freigelegt“, sagte Stefan Woidig, Sprecher des Biosphärenreservats Südost-Rügen. Mehrere Stücke seien in der Vergangenheit auch schon abgestürzt. Daher sollte bei den jetzt laufenden Bauarbeiten das Areal, auf dem sich auch ein wichtiger Brutplatz von Uferschwalben befindet, saniert werden. Der Mann sei allerdings nicht von Überresten der Radarstation getroffen worden, sondern von einem großen Brocken aus Geröll und Sand. „Es ist besonders tragisch, dass so etwas ausgerechnet während der Sanierungsarbeiten passiert“, sagte Woidig.

Die Krimminalpolizei war kurze Zeit nach dem Unfall vor Ort und nahm die Ermittlungen auf. Die Baggerarbeiten wurden mittels rot-weißem Warnband abgesperrt. Der Bagger befand sich zum Zeitpunkt des Abbruchs nicht mehr unmittelbar an der Abbruchkante.

Die Kurverwaltung Thiessow hatte die Sanierungsarbeiten in Auftrag gegeben, um durch Küstenabbrüche der letzten Monate freigelegte Gebäude- und Siedlungsreste zu beseitigen. „Die Verwaltung des Biosphärenreservates Südost-Rügen hat die Maßnahme aus Sicht des Arten- und Biotopschutzes begleitet und unterstützt“, sagt Woidig.

Durch den Rückbau der Gebäude- und Siedlungsreste sollte der betroffene Uferbereich als wichtiger Brutplatz für Uferschwalben gesichert und aufgewertet werden.

Axel Büssem und Christian Niemann

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