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00:00 09.05.2017

In der Hansestadt wurden im letzten Jahr mehr Verursacher von Schmierereien gefunden als 2015. Die Zahl der aufgeklärten Fälle verdreifachte sich sogar. Allerdings bleiben die absoluten Zahlen ernüchternd. Denn 2015 wurden nur 5,1 Prozent der angezeigten illegalen Graffiti-Delikte aufgeklärt, 2016 waren es 16,8 Prozent.

Axel Falkenberg. Quelle: Foto: H. Ewert

Die Zahl der angezeigten Schmierereien sank in Greifswald leicht von 294 auf 279. Es wird vermutet, dass das auch daran liegt, dass Privatleute häufig von der Anzeige absehen. Sie gehen davon aus, dass nichts dabei herauskommt und sind womöglich nicht gegen solche Schäden versichert. Große Eigentümer wie Stadt, Uni, Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG) oder die Wohnungsbaugenossenschaft (WGG) zeigen indes alles an. Hinter einer einzelnen Meldung bei der Polizei können sich durchaus mehrere beschmierte Objekte verbergen.

So löste alleine die WVG 2016 immerhin 266 Aufträge zur Beseitigung von Graffiti aus. Das kostete das Unternehmen 26000 Euro. Die Firma spricht insgesamt aber von einem leichten Rückgang.

„Ressourcen werden gebunden“, so Sprecherin Jana Pohl. Die Verwalter der Objekte, die Polizei und die Mitarbeiter der Versicherungen haben viel zusätzliche Arbeit auf dem Tisch. „Die Verursacher der Graffiti zu finden, ist sehr schwer und langwierig“, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg. Selbst wenn sie gefunden werden, bleiben die Kosten oft bei den Betroffenen hängen, weil von den Tätern nichts zu holen ist. „Das passiert sogar, wenn ein Täter-Opfer-Ausgleich vereinbart wurde“, so der Sprecher. In einem Fall warte der Geschädigte schon ein Jahr auf sein Geld.

Zwar nahm die Zahl der Schmierereien 2016 in Greifswald ab, im Kreis Vorpommern-Greifswald aber stieg sie von 525 auf 574 an. Die Kreisstadt bleibt die Graffiti-Hauptstadt gefolgt von Anklam, allerdings mit deutlichem Abstand: Dort stieg die Zahl der angezeigten Fälle von 62 auf 83. Auch im Landkreis insgesamt war die Polizei erfolgreicher bei der Fahndung. Jeder fünfte Fall (20,7 Prozent) wurde aufgeklärt. 2015 waren es 16 Prozent. eob

OZ

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