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Aktuelle Beiträge Großbrand: Helfer proben Ernstfall
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00:05 16.10.2017
Erklärte den Teams die richtige Einteilung der Behandlungszelte: Steffen Kuse (3.v.l.), Bereichsführer MTF 13. Quelle: Fotos: Lennart Plottke
Bad Doberan

Das Doberaner Krankenhaus brennt. Dutzende Patienten müssen in Sicherheit gebracht werden. Ob es Verletzte gibt und wenn ja, wie viele, ist noch vollkommen unklar. Eine dramatische Situation – die den Helfern der „Medical Task Forces“ (MTF) in den nächsten Stunden alles abverlangen wird.

DRK richtet mit „Medical Task Force“ auf der Doberaner Galopprennbahn großen Behand- lungsplatz ein / Weitere Mitstreiter willkommen

Zumindest theoretisch: Denn das Katastrophen-Szenario geschieht heute glücklicherweise nur auf dem Papier. Auf der Doberaner Galopprennbahn sind insgesamt 59 Männer und Frauen der MTF 13 aus der Region Westmecklenburg zusammengekommen, um die Abläufe in solch einem Notfall zu trainieren. „Wir machen diese großen Übungen zweimal im Jahr“, sagt Abteilungsführer Dr. Dirk Killermann. „Dabei soll vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte besser aufeinander abgestimmt werden.“

Auf einem abgesteckten Areal haben die ehrenamtlichen Helfer seit dem frühen Morgen insgesamt sieben große Zelte inklusive medizinischer Ausstattung aufgebaut – und so einen Behandlungsplatz für 50 potenzielle Patienten geschaffen. „Der Platz ist mit einer Klinik auf dem Feld zu vergleichen“, erklärt Killermann, im Hauptberuf Chefarzt der Kardiologie im DRK-Krankenhaus Grevesmühlen. Hier könnten die Leute jetzt alle gleichzeitig versorgt werden.

Ausrüstung für 48 Stunden autarke Hilfe

Aufgabe sei es, (heute virtuelle) Patienten aufzunehmen, um sie entsprechend der Schwere ihrer Verletzung zu behandeln: „Die Besonderheit der ,Medical Task Force’ besteht darin, dass wir bis zu 48 Stunden autark arbeiten können – dafür haben wir die Voraussetzungen“, macht der Mediziner deutlich.

Um 6.05 Uhr seien alle Kräfte über den Brand im Krankenhaus informiert worden und hätten sich dann umgehend mit ihren Einsatzfahrzeugen aus Ludwigslust, Parchim, Schwerin oder Grevesmühlen nach Bad Doberan auf den Weg gemacht, sagt Dirk Killermann: „Eine Hauptaufgabe ist es heute auch, die Registrierung und Dokumentation der Verletzten zu üben – das ist wichtig, wenn es zum Beispiel Nachfragen von Angehörigen gibt.“

Zuständig dafür ist das Team vom Doberaner Kreisauskunftsbüro – das übrigens noch gut Mitstreiter gebrauchen könnte. „Hier geht es vor allem um das Aufnehmen und Verarbeiten von Daten, Statistik allgemein“, erklärt Susann Wieland, die das Ehrenamt beim DRK koordiniert. „Man sitzt vor dem Computer im Trockenen – das hat also nichts mit Einsätzen an der Unfallstelle oder blutenden Menschen zu tun.“

Auch die „Medical Task Forces“ freuen sich über Zuwachs. „Das müssen nicht nur Mediziner sein“, betont Bereichsführer Steffen Kuse. Besonders gefragt seien Kraftfahrer, Techniker und Logistiker: „Wir haben noch lange nicht unsere Personalstärke erreicht.“ Gut 100 Freiwillige machen derzeit in der „Medical Task Force 13“ mit. 138 Personen in den drei Hauptbereichen medizinische Versorgung, Krankenbeförderung und Dekontamination sollen es sein. Und dann wünschen sich der Bund als Ausstatter und der DRK-Landesverband als Träger in MV eine doppelte Personalausstattung – denn alle Helfer sind ehrenamtlich aktiv und damit nicht immer verfügbar.

„Noch bleibt uns etwas Zeit“, erklärt Dirk Killermann. „Bis 2020 sollen die drei für MV vorgesehenen „Medical Task Forces“ arbeitsfähig sein.“ Die Idee zur Bildung dieser neuen Zivilschutzeinheiten geht übrigens auf das Jahr 2001 zurück – am 11. September starben bei den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center 2753 Menschen.

Drei Standorte in Mecklenburg-Vorpommern

Die „Medical Task Forces“ (MTF) verstärken und unterstützen den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz bei der Rettung und medizinischen Versorgung der Verunglückten. Die ehrenamtlichen Helfer versorgen und betreuen Betroffene, transportieren Verletzte zu einem Behandlungsplatz, übernehmen die erste medizinische Versorgung der Betroffenen und Patienten.

Um im Einsatzfall schnell erreichbar und einsatzbereit zu sein, sind die Fahrzeuge der MTF dezentral in ganz Mecklenburg-Vorpommern stationiert.

Infos: drk-mtf.m-v.de

Lennart Plottke

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