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Güstrow immer sicherer: Zahl der Straftaten auf Rekordtief

Güstrow Güstrow immer sicherer: Zahl der Straftaten auf Rekordtief

Die Kripo im Landkreis zählte 2013 zehn Prozent weniger Delikte. Diebstähle bleiben aber auch in der Barlachstadt ein Problem.

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Diebstähle — wie in der nachgestellten Szene — und Einbrüche machen im Landkreis Rostock gut die Hälfte aller Straftaten aus.

Quelle: Andreas Meyer

Güstrow. Weniger Gewalttaten, weniger Einbrüche in Firmen und auch weniger Betrugsfälle: Die Kriminalpolizei im Landkreis Rostock hat allen Grund zur Freude. Die Zahl der Straftaten zwischen Rerik und Krakow am See ist im vergangenen Jahr auf einen neuen Tiefststand gefallen. „Nur“ noch 12 746 Taten zählten die Ermittler 2013 — ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr und der niedrigste Stand seit der Polizeireform. „Es lebt sich ruhig und sicher im Landkreis Rostock“, so das Fazit von Hartmut Busekow, dem Chef-Ermittler im Großkreis. Doch eine Sorge bleibt den Ermittlern trotz aller Erfolge: Nach wie vor ist die Region ein Schwerpunkt für Diebstähle und Einbrüche — selbst, wenn auch diese Zahlen zurückgehen. Einzig rund um Sanitz geschahen 2013 mehr Verbrechen als im Vorjahr.

Die Kriminal-Statistik für das Jahr 2013 — sie liest sich dennoch auf den ersten Blick wie eine Erfolgsgeschichte für die Ermittler. Die Aufklärungsquote konnten sie erneut steigern: Fast zwei Drittel aller Kriminellen werden am Ende von der Polizei auch überführt und von der Justiz bestraft. Ebenfalls ein Bestwert, sagt Busekow. Die Zahl der sogenannten „Rohheitsdelikte“ (dazu zählen unter anderem Körperverletzungen) ist um 229 gesunken — auf 1674. Selbst die Internet-Kriminalität — jahrelang der Bereich mit den höchsten Zuwächsen — steigt kaum noch. Einzig die Zahl der Beleidigungen klettert weiter. Von 654 auf mittlerweile 721: „Das Plus haben wir hauptsächlich den sogenannten sozialen Netzwerken im Internet zu verdanken — Facebook etwa“, sagt Busekow. Allzu leicht und allzu heftig sagen die Menschen dort ihre Meinung.

Trotz all der guten Nachrichten: Die großen Sorgenkinder der Kripo bleiben Diebstähle und Einbrüche. Fast jede zweite Straftat im Landkreis fällt in diesen Bereich. Insgesamt nahm die Polizei 5003 Anzeigen in nur zwölf Monaten auf. „Das sind zwar 765 Fälle weniger als noch vor einem Jahr. Aber das Thema beschäftigt uns weiter“, sagt Busekow. Er räumt auch ein: Von den schweren Fällen — den Wohnungseinbrüchen etwa — klärt die Kripo nur jeden vierten auf. Bei Auto-Diebstählen liegt die Quote sogar noch deutlich niedriger: „Wir zeigen verstärkt Präsenz in Wohngebieten — um die Täter abzuschrecken. Das hat bisher Erfolg.“

Die meisten Straftaten ereignen sich übrigens nicht in der Kreisstadt Güstrow — sondern im Raum Bad Doberan. 3689 Fälle hatte der Kripo-Chef der Münsterstadt, Jörg Krauspe, 2013 auf dem Tisch. In Güstrow zählt der Leiter der Kriminalpolizei, Ingolf Schwartz, 2906. Schwartz spricht von einem „ruhigen Jahr“ in der Barlachstadt — und einem Minus bei den Straftaten von fast 500 Fällen. „Auch bei uns machen Einbrüche und Diebstähle den Schwerpunkt der Arbeit aus“, sagt er. Allein 600 schwere Fälle stehen in seiner Bilanz, 512 Mal ermittelte die Kripo wegen Laden- oder auch Handtaschendiebstählen. „Gestohlen wird leider immer und überall.“

Auch die neuen Asylbewerber-Unterkünfte in der Stadt würden sich in den Statistiken der Ermittler kaum widerspiegeln: Kreisweit werden nicht mal sieben Prozent der Straftaten von Ausländern begangen.

„Und auch Attacken gegen Ausländer hatten wir kaum — von dem ButtersäureAngriff und dem Knallkörper-Vorfall mal abgesehen. An der Demmlerstraße ist zum Beispiel noch gar nichts passiert.“ Ruhiger sei es in Güstrow geworden. Ein weiterer Beleg: Gerade mal 17 Raub-Fälle wurden Schwartz gemeldet. „In der Barlachstadt kann sich jeder auch im Dunkeln auf die Straße wagen.“

 



Andreas Meyer

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