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09:17 09.08.2018
Kein schöner Anblick: Der Ausgang aus dem Ribnitzer Kloster in Richtung Stadtkulturhaus. Quelle: Robert Niemeyer
Ribnitz-Damgarten

Frank Ilchmann, Bürgermeister der Stadt Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen), sagt Graffiti-Sprayern jetzt den Kampf an. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, hat Ilchmann jetzt eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgelobt. „Die Stadt sieht einfach unordentlich aus. Das ärgert mich maßlos“, sagt der 62-Jährige. Und die Stadtverwaltung müsse die Schmierereien letztlich entfernen. „Das ist alles mit Kosten verbunden.“

Das Thema Graffiti hatte zuletzt im Ausschuss für Sicherheit, Ordnung und Verkehr der Stadtvertretung für rege Diskussionen gesorgt. Vor allem Ribnitz sei stark betroffen. Besonders großflächig gesprüht sind beispielsweise der ehemalige Güterbahnhof oder die Klostermauer sowie die Bootshalle am Ribnitzer Hafen. „Die Sprayer machen vor nichts Halt“, ärgert sich Frank Ilchmann. Eigentlich sollten die Graffiti an der Klostermauer sowie am Güterbahnhof schnell entfernt werden. Doch dafür ist laut Ilchmann ein spezielles Gerät notwendig, dass noch nicht da sei.

Zusammenarbeit mit der Polizei

Die Verwaltung arbeitet bei der Suche nach den Tätern eng mit der Polizei zusammen, die den Bürgermeister unterstützt. „Unter der Voraussetzung, dass die Hinweisgeber eine Zeugenaussage bei der Polizei und vor Gericht tätigen und die Begehung der Tat beweisen können, könnte der Vorstoß des Bürgermeisters durchaus hilfreich sein“, sagt Marco Stoll, Leiter des Ribnitz-Damgartener Polizeireviers. Wichtig sei, dass auch jeder Geschädigte, der beispielsweise ein Graffito an seiner Hauswand feststellt, eine Strafanzeige sowie einen Strafantrag stellt. „Denn nur so kann die Polizei tätig werden“, so Stoll. Ausgenommen davon sind politisch motivierte Schmierereien, wenn etwa verfassungsfeindliche Symbole auftauchen. Dann ermittelt die Kriminalpolizei.

Aufklärungsquote 2018: 13 Prozent

In Ribnitz-Damgarten sind im vergangenen Jahr sieben Anzeigen wegen Sachbeschädigungen durch Graffiti erstattet worden. Für das aktuelle Jahr 2018 wurden bereits 15 Anzeigen aufgrund von Graffitischmierereien angezeigt. 2017 wurde kein Fall der Sachbeschädigung durch Graffiti aufgeklärt. In diesem Jahr beträgt die Aufklärungsquote bislang rund 13 Prozent.

Die Aufklärung dieser Sachbeschädigungen gestalte sich laut Marco Stoll teilweise sehr schwierig, „da die Täter sich meistens vermummen und Handschuhe tragen, dadurch unerkannt bleiben“. Sie können demnach meist nur beweissicher verurteilt werden, wenn sie auf frischer Tat gestellt werden und Zeugen die Tat bestätigen können. „Hierbei ist die Polizei auf die verstärkte Unterstützung der Bevölkerung angewiesen“, so Stoll.

Neben der strafrechtlichen Verfolgung versuchen einige Kommunen auch mit Projekten illegale Graffiti zu verhindern, engagieren beispielsweise professionelle Graffiti-Künstler, um Gebäude zu verschönern. In Stralsund hilft ein Verein bei der schnellen Entfernung der Graffiti, in Rostock findet regelmäßig ein Aktionstag statt, an dem unter anderem erwischte Sprayer ihre Sozialstunden ableisten und Graffiti entfernen.

Deutschlandweit wurden 2017 mehr als 100000 Fälle illegaler Graffiti polizeilich erfasst. Der Schaden liegt im dreistelligen Millionenbereich.

Niemeyer Robert

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