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Juristin ist Polizeichefin am Sund

Stralsund Juristin ist Polizeichefin am Sund

Undine Segebarth kam als Quereinsteigerin zur Polizei / Seit gestern leitet sie offiziell das Hauptrevier

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Polizeirätin Undine Segebarth - mit 42 Jahren Stralsunds Polizeichefin.

Quelle: Foto: Jörg Mattern

Stralsund. Undine Segebarth steht jetzt an der Spitze des Polizeihauptreviers Stralsund. Gestern ist die Polizeirätin durch Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) offiziell in ihr neues Amt eingeführt worden. Sie tritt an die Stelle von Dietmar Grotzky, der das Revier seit 2014 geleitet hatte. Der Erste Polizeihauptkommissar nimmt jetzt Führungsaufgaben in Grimmen wahr.

Undine Segebarth kam als Quereinsteigerin zur Polizei. Geboren in Riesa (Sachsen), aufgewachsen auf dem Darß, legte sie das Abitur in Ribnitz-Damgarten ab, um danach erfolgreich Jura in Rostock zu studieren. 2002 hatte die Volljuristin ihre erste Begegnung mit Stralsund. „Ich bewarb mich bei der Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und bekam den Job“, sagt die heute 42-Jährige. Nebenbei arbeitete sie als Anwältin für Familienrecht in einer Damgartener Kanzlei.

Die Zeit in der Interventionsstelle hat sie geprägt. „Die Aufgaben waren vielfältig, reichten von klassischer Sozialarbeit bis zu psychosozialer und rechtlicher Unterstützung für alle, die zu uns kamen“, erzählt Undine Sägebarth. Ein Schwerpunkt war die Zusammenarbeit mit der Polizei, die so manches Gewaltopfer zur Beratung in die Interventionsstelle überwies.

Das war der Punkt, wo die junge Frau über ihre Arbeit erstmals näher in Kontakt mit der Ordnungsmacht kam. „Ich war neugierig geworden und bewarb mich 2010 auf eine Ausschreibung der Landespolizei.“

Da hatten sich bereits private Beziehungen zur Polizei entwickelt. Ihr Mann ist ebenfalls Beamter im höheren Dienst. Zur Familie gehört eine Tochter.

Nach Fortbildungen an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und der Deutschen Hochschule für Polizei trat Undine Segebarth ihre erste Dienststellung als Leiterin des Kriminalkommissariats Anklam an. Ein Job mit Herausforderungen für eine junge Polizistin unter altgedienten Kommissaren.

Innenminister Lorenz Caffier bescheinigte ihr gestern: „Sie überzeugte im KK mit ihren Leistungen – als Führungskraft und vor allem als Mensch.“ Für Polizeidirektor Thomas Dabel ist es eine gute Entscheidung, ihr das Hauptrevier anzuvertrauen. Dabel war hier einst selbst Revierleiter und Undine Segebarths Mentor, der ihre ersten Schritte bei der Polizei begleitete.

Sie hat diese Schritte nie bereut: „Ich fühle mich mit meinen Ideen und dem Gestaltungspotenzial bei der Polizei aufgehoben.“ Für sie ist es die Absicht der Landespolizei gewesen, über die Quereinsteiger einen Blick von außen auf die eigenen Strukturen zu bekommen.

Zu den Schwerpunkten, mit denen die neue Revierleiterin am Sund überzeugen will, gehört ein offener und kritischer Kontakt zu den Menschen. Das gilt nicht nur für die Öffentlichkeit. Sie lege Wert auf eine gute „Binnenkultur“ unter den Mitarbeitern, betonte sie. „Ich habe ein gut geführtes Revier mit einer hochmotivierten Mannschaft vorgefunden“, erklärt sie. Damit das so bleibt, befolgt sie noch immer einen Rat, den Oma ihr bereits als Kind mitgegeben hat: „Sprich die Menschen an, wie du selbst angesprochen werden möchtest.“

Jörg Mattern

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