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00:28 08.03.2018
Hannes Möller (l.), Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes, und Kreiswehrführer Gerd Scharmberg (r.) zeichneten Landrat Ralf Drescher (2.v.r., Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes in Gold) und Tobias Lembke, Feuerwehren Süderholz und Dersekow, (Deutsches Feuerwehr-Ehren-Kreuz in Bronze) aus. Quelle: Foto: Robert Niemeyer

Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (CDU) ist mit der höchsten Auszeichnung des Landesfeuerwehrverbandes MV ausgezeichnet worden. „Das kommt eher selten vor, dass ein Landrat diese Auszeichnung erhält“, sagte Hannes Möller, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes. Anlässlich der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Vorpommern-Rügen am Dienstagabend in Trinwillershagen wurde Drescher mit der Ehrennadel in Gold geehrt. „Das ist für mich eine echte Überraschung“, sagte der Landrat, der selbst keiner Feuerwehr angehört.

„Unsere Feuerwehren sind das lebendige Beispiel für das, was unsere Gesellschaft braucht: aktives ehrenamtliches Engagement. Vielen Dank für Ihre Treue, nicht zu Ihrem Hobby, sondern zu Ihrer Berufung“, sagte Drescher in seinem Grußwort zu den Kameraden in der Gaststätte „Zu den Linden“. Neben dem personellen Einsatz und der Ausbildung der Feuerwehrleute im Landkreis sei vor allem die technische Ausstattung wesentlich. Im vergangenen Jahr unterstützte der Landkreis die Freiwilligen Feuerwehren von der Insel Rügen bis Ribnitz-Damgarten bei Anschaffungen mit Mitteln aus der Feuerschutzsteuer in Höhe von rund 673000 Euro.

Um die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Feuerwehren weiter zu verbessern und die Rolle der freiwilligen Feuerwehren bei Großeinsätzen im Kreis konkreter zu definieren, soll eine Arbeitsgruppe Brandschutz-KSE (Katastrophenschutzeinheiten) gegründet werden.

Der Landkreis, der Kreisfeuerwehrverband sowie vier Vertreter ausgewählter Feuerwehren sollen dabei Konzepte für zwei Themenschwerpunkte erarbeiten. Zum einen geht es dabei darum, Gefahrgut-Einsätze besser zu sichern. „Freiwillige Helfer für den Katastrophenschutz fehlen“, sagt Gerd Scharmberg. Konzeptionell soll festgehalten werden, aus welchen Feuerwehren Kameraden mit entsprechender Qualifikation für CBNR-Einsätze (ehemals ABC) herangezogen werden können, welche Qualifikationen sie darüber hinaus benötigen und welche Ausstattung gebraucht wird.

Der zweite Punkt betrifft die Wasserrettung. „Dort müssen Fragen der Zuständigkeit geklärt werden“, so Scharmberg, etwa zwischen Gemeinden, Wasserschutzpolizei, DGzRS, THW und eben der Feuerwehr.

„Wir haben im Landkreis mehr als 1000 Kilometer Küstenlinie. Wir müssen uns strukturell besser aufstellen“, sagt der Kreiswehrführer. Bis Anfang Mai sollen erste Ergebnisse der Arbeitsgruppe feststehen.

Ein Schuh, der nach wie vor drückt, ist das Nachwuchsproblem. 79 aktive Jugend- und 18 Kinderfeuerwehren mit insgesamt etwas über 1000 Kindern und Jugendlichen gibt es aktuell im Landkreis. „Wir versuchen, die Jugendarbeit vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen und demographischen Wandels konzeptionell neu aufzustellen und ihren Bildungsauftrag zu überarbeiten“, sagte Kreisjugendfeuerwehrwart Ingo Trusheim. Größter Knackpunkt ist der Übergang der Mitglieder der Jugendwehren in die aktive Einsatzabteilung der Erwachsenen. „Hier gehen uns viele junge Einsatzkräfte verloren“, sagte Hannes Möller, der vorschlug, dass die Feuerwehren stärker mit den Betrieben kooperieren, die ihrerseits ebenfalls um Nachwuchs kämpfen.

Gleichzeitig kämpfen die Kameraden seit langem um eine stärkere Wertschätzung. Möller verkündete in Trinwillershagen, dass in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium ein MV-weiter Feuerwehr-Dienstausweis eingeführt werden soll, mit dem beispielsweise Feuerwehrleute Rabatte bekommen. Grundsätzlich wisse die Gesellschaft aber zu wenig über die Feuerwehr, so Gerd Scharmberg. „Zu vieles wird als gegeben angesehen“, so auch Möller.

Robert Niemeyer

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