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Knatternd und hupend: Biker besuchen Münsterstadt

Bad Doberan Knatternd und hupend: Biker besuchen Münsterstadt

Tausende Motorradfahrer treffen sich zum Bikergottesdienst

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Mehr als 20 Minuten dauerte es, bis alle Biker das Münstergelände für die Ausfahrt verlassen hatten. Laut Polizei haben sich 4000 Biker mit ihren Fahrzeugen daran beteiligt.

Quelle: Fotos: Anja Levien

Bad Doberan. Mit knapp 70 Motorradfahrern hat der Bikergottesdienst in Bad Doberan vor 20 Jahren angefangen. Gestern war auf der Straße durchs Münstergelände kaum noch ein Durchkommen. Hier reihte sich Maschine an Maschine – laut Polizeiangaben etwa 6000. An der Ausfahrt hätten demnach 4000 Biker mit ihren Fahrzeugen teilgenommen.

OZ-Bild

Tausende Motorradfahrer treffen sich zum Bikergottesdienst

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Ein Knattern und Hupen durchdringt die Stille in Bad Doberan. Nach und nach treffen die Biker auf dem Münstergelände ein. Die Sternfahrt aus Neubukow haben Steffen Milewski und Tochter Sophie mitgemacht. Nicht ohne Probleme. In Neubukow sprang die Harley Davidson Sportstar nicht an, musste angeschoben werden, erzählt der Wismarer. Zur Sicherheit nehme er daher nicht an der Ausfahrt teil.

Gelohnt hat es sich dennoch. „Es ist schön unter Gleichgesinnten zu stehen, sich Motorräder anzuschauen“, sagt er, und auch, wenn er nicht an den Herrgott glaube, begrüßt er die Verbindung mit dem Gottesdienst. „Häufig braucht man als Motorradfahrer einen Schutzengel. Der Straßenverkehr ist hektischer geworden, es wird im Allgemeinen wenig Rücksicht genommen“, sagt er.

Weit vorne in der Schlange haben sich Frank Garbuzimski und Lars Bendt einen Platz mit ihren Maschinen gesucht. „Hinten ist immer mehr Tumult“, begründet Frank Garbuzimski, der Motorrad fährt, seit er acht Jahre alt ist. „Das hat mein Opa mir auf dem Hof beigebracht“, erzählt der Bad Doberaner, der schon öfter bei der Ausfahrt dabei war. Es sei schön, wenn die Leute an der Straße stehen und winken. „Es ist der Spaß an der Freude, hier sind alle gleich, jeder darf so sein, wie er ist“, fügt Lars Bendt aus Speck bei Waren an der Müritz hinzu.

Weiter hinten am Stadt- und Bädermuseum stehen Astrid und Frank Schmidt. „Ich bin das erste Mal dabei und fahre als Sozia mit“, sagt die Rostockerin. „Es ist einfach schön. Ich bin als Jugendliche Moped gefahren. Es ist ein Ausdruck von Freiheit.“

Kurz vor 11 Uhr steigen die Biker auf ihre Maschinen, einige Zuschauer klettern auf den Hang an der B 105 vor der Münsterausfahrt. So auch Sandra Wurow. „Ich bin früher regelmäßig bei meinem Mann mitgefahren. Heute fährt unser Sohn bei der Ausfahrt mit“, erzählt die Heiligenhägerin. Mehr als 20 Minuten dauert es, bis alle Fahrer das Münstergelände verlassen haben. Als der Molli die Alexandrinenkreuzung passiert, stauen sich die Biker fast bis zur Münsterausfahrt zurück. Dann geht es über Kröpelin, Neubukow, Bastorf, Umgehung Kühlungsborn und Heiligendamm wieder nach Doberan.

Thema unter den Bikern an diesem Tag ist auch der Tod eines 21 Jahre alten Motorradfahrers, der am Sonnabendnachmittag auf der Straße starb. Wie die Polizei mitteilt, verlor der Rostocker auf der Kreisstraße 11 zwischen Lambrechtshagen und Allershagen die Kontrolle über sein Fahrzeug, nachdem er ein anderes Motorrad kurz vor einer Linkskurve überholt hatte. Er geriet von der Fahrbahn ab, überschlug sich mehrfach und wurde schließlich gegen die Pfähle eines Werbeschildes geschleudert. Die Biker gedachten in ihren Gesprächen vor allem der Familie.

Die Auseinandersetzung mit dem Tod gehört auch zum Bikergottesdienst. „Wir wollen auch bei der Trauer helfen“, sagt Mitorganisator Herbert Baor. Wie schnell ein Leben enden kann und wie schnelllebig wir heute leben, darüber sprach Pastor Albrecht Jax während des Gottesdienstes, der unter dem Thema stand: „Das Leben ist zu kurz, um zu schnell zu fahren.“

Anja Levien

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