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00:01 07.06.2017
Diese Tat ist kein Kavaliersdelikt, es kann mehrere Jahre Gefängnis bedeuten. Robert Stahlberg Landeswasserschutzpolizeiamt
Warnemünde

Vier Boote sind am Montag herrenlos über den Sportboothafen in Warnemünde getrieben. Ein 28-jähriger Rostocker und ein 70 Jahre alter Magdeburger sollen die Festmacherleinen der Schiffe im südlichen Teil des Alten Stroms mit einem Messer gekappt haben. Von drei Booten wurden die Kraftstofftanks entwendet. In der Nähe des Tatorts entdeckte die Polizei das Auto der Männer, in dem es stark nach Benzin roch. Im Kofferraum lagen die entwendeten Tanks. „Wie hoch die Schadenssumme ist, kann man momentan schwer beziffern“, sagt Robert Stahlberg, Sprecher der Wasserschutzpolizei.

Nach Diebstahl in Warnemünde – Wasserschutzpolizei gibt Tipps für die Sicherung von Booten

„Diese Tat ist kein Kavaliersdelikt“, betont er. Gegen die Männer wurde ein Verfahren wegen Diebstahls, Sachbeschädigung und wegen gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr eingeleitet. Das Strafmaß ist vor allem im letzten Punkt hoch. „Es kann mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren verurteilt werden“, erklärt der Polizeioberkommissar. In einem minderschweren Fall kann auch eine Geldstrafe fällig werden. Wie der aktuelle Fall einzuschätzen sei, müssten nun die Ermittlungen zeigen.

Doch die Bootsbesitzer hatten noch Glück. Der Schaden an den Schiffen halte sich nach ersten Erkenntnissen im Rahmen. Der Sog der Fähren und auch der Wind seien am Montag nicht zu stark gewesen. Die Schiffe trieben nicht weit weg. „Es hätte mehr passieren können“, erklärt Andreas Erdt, Bootsführer der Wasserschutzpolizei.

Die Tat beunruhigt die Anlieger im Sportboothafen. „Man macht sich immer Gedanken. Normalerweise passiert so etwas doch eher im Herbst“, sagt Heinz Borgwaldt, der mit seiner Nautilus seit 1992 in Warnemünde festmacht. Er blieb von den Übergriffen verschont, bisher sei von seinem Schiff nie etwas gestohlen worden. Der Besitzer des Schiffs „Duke“, der unerkannt bleiben möchte, ist froh, dass er verschont blieb. „Sicherlich mache ich mir Sorgen. Ich werde jetzt wohl häufiger nach meinem Boot gucken“, sagt der Daueranleger. Doch über besondere Schutzmaßnahmen mache er sich keine großen Gedanken. „Das bringt alles nicht viel, das verzögert die Tat doch nur“, ist er sich sicher. Er hofft auf die Vernunft der Leute.

„Gelegenheit macht Diebe“, erklärt der Sprecher Stahlberg. Ob man Opfer eines Übergriffs werde oder nicht, liege vor allem an den Bootsbesitzern selbst. „Wir reden hier nicht von einem Fahrrad. Wenn das gestohlen wird, kann man es schnell mal austauschen. Ein guter Motor kostet rund 10000 Euro.“ Auch die Anschaffung eines Schiffes starte erst in diesem Preissegment.

„Wir hatten lange nicht mehr so einen Fall wie hier in Warnemünde“, sagt Bootsführer Andreas Erdt. 2016 wurden in ganz Mecklenburg-Vorpommern nur rund 300 Fälle zur Anzeige gebracht, in denen „maritimes Zubehör“ von Schiffen gestohlen wurde. „Meist wird der Motor entwendet, in seltenen Fällen auch Bootszubehör“, sagt Stahlberg. Er nennt Kompasse, Steuerräder, Echolote oder Angeln als Beispiele. Dass auch die Boote zum Diebesgut werden, sei hingegen selten. „In ganz MV gibt es solche Diebstähle nur im einstelligen Bereich pro Jahr.“

Die Wasserschutzpolizei rät dennoch zur Vorsicht. „Viele wollen keinen teuren Schutz, weil sie Angst haben, dass ein noch höherer Schaden entstehen kann“, sagt Erdt. Sein Schiff zu sichern, kann jedoch auch kostenlos sein. „Wenn man das Boot mehr als eine Stunde verlässt, sollte man immer alles mit von Bord nehmen, was geklaut werden kann“, gibt Stahlberg einen Tipp. Außerdem sei es wichtig, Fotos von seinem Schiff, von wichtigem Zubehör oder besonderen Merkmalen zu machen. „Mit dem Handy ist es schnell gemacht und man kann anhand der Bilder auch aufgefundenes Diebesgut besser zuordnen.“

Jede Inspektion der Wasserschutzpolizei im Land biete außerdem an, die Motoren zu codieren. „Dazu gibt es einen großen gelben Aufkleber, der schreckt potenzielle Diebe auch ab“, sagt Stahlberg.

Wichtige Tipps im Überblick

Wertsachen nicht an Bord lassen: Potenzielles Diebesgut gut verschließen oder mit an Land nehmen.

Das Festmacherseil sichern: Das Schiff nicht nur mit einem Seil festmachen, sondern mit einer Eisenkette, mit einem zusätzlichen Stahlseil und mit einem Schloss sichern.

Den Motor codieren: Jede Inspektion der Wasserschutzpolizei bietet nach Absprache diesen Dienst an.

Fotos machen: Nicht nur das Schiff, sondern auch Elektrogeräte und Besonderheiten im Detail fotografieren.

Johanna Hegermann

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