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Tödliche Gefahr: 2017 rund vier Tonnen Munitionsreste geborgen

Schwerin Tödliche Gefahr: 2017 rund vier Tonnen Munitionsreste geborgen

Der Munitionsbergungsdienst verzeichnet weniger Soforteinsätze, trotzdem wurden 2017 rund 3,8 Tonnen Munition geborgen und entsorgt. Oft handelt es sich um Reste aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Experten warnen auch bei kleinen Patronen vor potenziell tödlicher Gefahr.

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Quelle: Oliver Killig/archiv

Schwerin. Rund 3,8 Tonnen Kampfmittel sind vom Munitionsbergungsdienst (MBD) Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr geborgen worden. In 185 von insgesamt 333 Fällen sei es dabei um Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gegangen, teilte das Innenministerium in Schwerin auf Anfrage mit. In den restlichen Fällen sei es um neuzeitliche Munition oder Pyrotechnik gegangen.

Die Zahlen spiegeln einer Sprecherin zufolge aber nur die sogenannten Soforteinsätze wider, bei denen zufällig gefundene Munition geborgen wird. Die Gesamtzahlen, in denen dann auch die geplanten Einsätze mitgezählt werden sollen, erscheinen erst Ende Februar, hieß es.

Vier Bergungsteams in MV im Einsatz

Die vier Teams des Bergungsdienstes rückten 2017 zu durchschnittlich einem Einsatz pro Tag aus. Die meisten verzeichnete demnach das Team Schwerin mit 105 Einsätzen, das allerdings auch den größten Zuständigkeitsbereich besitzt. Darauf folgen die Teams Mellenthin auf der Insel Usedom (86), Mirow (74, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) und Jessenitz (67, Landkreis Ludwigslust-Parchim).

Zahlreiche Soforteinsätze gab es den Angaben zufolge in und südlich von Schwerin, an der Ostseeküste östlich von Rerik (Landkreis Rostock), in Neubrandenburg und auf der Insel Usedom. Generell nimmt die Zahl der Einsätze von Westen in Richtung Osten ab, während sie von Norden nach Süden zunimmt.

Größter Fund südwestlich von Parchim

Die Mengen an Munition, die pro Einsatz geborgen wurden, unterschieden sich laut den Kampfmittelräumern erheblich. Sie reichten von einer einzelnen Infanteriepatrone mit zehn Gramm Sprengstoff bis zu mehreren hundert Kilo. Der größte Fund wurde demnach südwestlich von Parchim (Landkreis Ludwigslust-Parchim) gemacht, wo mehr als 1000 Sprenggranatpatronen und diverse Panzerfäuste gefunden wurden. Gesamtgewicht: Fast 340 Kilogramm.

Aber auch von kleinen Funden geht eine potenziell tödliche Gefahr aus, warnen die Experten: So könne die unkontrollierte Explosion einer Handwaffenpatrone mit nur wenigen Gramm Sprengstoff schon schwere Verletzungen auslösen. Und die Detonation einer nur zwei Zentimeter großen Sprenggranate mit zehn Gramm Sprengstoff verlaufe in der Regel tödlich. Wer Gegenstände findet, bei denen es sich um Munition handeln könnte, sollte diese daher weder berühren oder bewegen und Polizei oder Ordnungsamt informieren, die sich um alles Weitere kümmerten, rät eine Ministeriumssprecherin.

Insgesamt geht die Zahl der Soforteinsätze laut dem Bergungsdienst seit Jahren leicht zurück. Das liege zum einen daran, dass ehemalige, vor allem russische, Militärstandorte heute anders genutzt und in diesem Zuge nach Munitionsresten abgesucht wurden. Zum anderen erobere sich die Natur ehemalige Übungsgelände zurück, so dass Munition nicht mehr so leicht zu entdecken sei. Baugelände in belasteten Flächen würden präventiv von den Experten abgesucht.

dpa/mv

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