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00:05 01.02.2018
Spezialisten des Gefahrgutzuges der Feuerwehr des Landkreises sicherten die in der Polizeiinspektion Wolgast abgegebene verdächtige Warensendung und passierten im Anschluss ein auf dem Hof der Inspektion aufgeschlagene Dekontaminationsstation. Insgesamt waren 29 Einsatzkräfte des Gefahrgutzuges und 14 Wolgaster Feuerwehrleute im Einsatz. Quelle: Fotos: Tom Schröter
Wolgast/Anklam

Der Gefahrgutzug der Feuerwehr des Landkreises Vorpommern-Greifswald nahm gestern Vormittag gegen 9.10 Uhr Kurs auf Wolgast. Ein Vertreter einer hiesigen Firma hatte kurz zuvor im Gebäude der Wolgaster Polizeiinspektion einen Brief mit verdächtigem Inhalt abgegeben. Laut Polizei-Sprecher Axel Falkenberg enthielt die Sendung ein sorgfältig verpacktes, gepresstes weißes Pulver. Um gesundheitlichen Risiken, die von der unbekannten Substanz ausgehen könnten, vorzubeugen, wurde der Gefahrgutzug alarmiert. Die Spezialisten stellten den Brief sicher und passierten nach ihrem Einsatz auch ein auf dem Hof der Inspektion aufgeschlagenes Dekontaminationszelt.

Firmen in Wolgast und Anklam erhalten Post mit einer weißen Substanz

Ob die Substanz tatsächlich gesundheitsgefährdend ist, soll deren chemische Analyse ergeben. Während des Einsatzes war der Haupteingang der Inspektion für den Besucherverkehr gesperrt. Mitglieder der Wolgaster Feuerwehr stellten sicher, dass niemand ins Gebäude ging.

Am Dienstagabend war derselbe Gefahrgutzug bereits im Polizeizentrum in Anklam im Einsatz. Laut Mitteilung der Beamten war die Polizei zuvor zum Anklamer Bahnhof gerufen worden, wo dem Betreiber einer Reiseagentur (Fahrkartenverkauf, Kiosk) ein ähnlicher Brief zugestellt worden war. Beim Öffnen der mehrfach verpackten Sendung fand er eine durchsichtige Vakuumverpackung vor, die ein weißes Pulver enthielt. Auch diese von der Polizei mitgenommene Warensendung wurde durch den Gefahrgutzug sichergestellt und eine Untersuchung des Inhalts durch das Robert-Koch-Institut in Berlin veranlasst. Das Ergebnis bleibt abzuwarten.

In den Fällen sowohl in Anklam als auch in Wolgast war die Sendung jeweils wegen Nichtzustellbarkeit zurückgegangen. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass der Betreiber der Anklamer Reiseagentur und die Wolgaster Firma die Briefe nie verschickt haben. „Vielmehr ist anzunehmen, dass die Absenderadressen willkürlich vom eigentlichen, noch unbekannten Versender ausgewählt wurden, um den Urheber der Sendung zu verschleiern“, so Falkenberg. Dabei nehme der tatsächliche Absender offenbar in Kauf, dass die Briefe wegen nicht ausreichender Frankierungen oder falscher Adressdaten die Empfänger nicht erreichen und, wie in den zwei vorliegenden Fällen geschehen, an die vermeintlichen Absender gelangen könnten. Die Briefe kamen aus Bayern (Fall Anklam) und Niedersachsen (Fall Wolgast) zurück, die Adressdaten waren durchgestrichen.

Die Polizei weist auf ähnlich gelagerte Fälle hin, die jüngst in Niedersachsen bekannt wurden. Dort erhielten Firmen Briefe mit darin verpackten Drogen. Eine Zollbeamtin gab an, dass, um Zollkontrollen zu umgehen, im Darknet bestellte Drogen aus den Niederlanden verstärkt auch direkt in Deutschland verschickt würden. Kosten würden so gespart. Mit den Absenderadressen solle den Briefen möglicherweise Seriosität unterstellt werden. „Die aktuellen Fälle lassen die Vermutung zu, dass weitere Briefe in unserer Region eintreffen könnten“, so Falkenberg. Ob immer der Gefahrgutzug anrücken müsse, sei im jeweiligen konkreten Einzelfall zu entscheiden.

Tom Schröter

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