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Nach Anschlag auf Imbiss: Zinnowitzer gesteht

Zinnowitz Nach Anschlag auf Imbiss: Zinnowitzer gesteht

Angeblicher Grund: „Schlechter Service“ / Täter verletzte sich am Hintern

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Die linke Scheibe des Dönerladens wurde beschädigt. Der 37 Jahre alte Täter hat sich dabei verletzt.

Quelle: Fotos: Alexander Salenko

Zinnowitz. Was für eine Summe eigentümlicher Umstände: Erst genehmigt sich ein 37-jähriger Zinnowitzer am frühen Samstagabend mehrere alkoholische Getränke, um danach auf die Idee zu kommen, einen Sprengsatz aus sogenannten Polenböllern vor einem Döner-Laden in der Neuen Strandstraße explodieren zu lassen. Schließlich verletzt er sich bei der Detonation selbst – am Hintern. Das i-Tüpfelchen: Er musste sich wegen dieser Verletzung selbst zur Behandlung ins Wolgaster Kreiskrankenhaus begeben. 1,9 Promille wurden bei ihm festgestellt.

OZ-Bild

Angeblicher Grund: „Schlechter Service“ / Täter verletzte sich am Hintern

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In der Klinik – zu der er betrunken mit dem Fahrrad kam – bewies das Personal wachsame Augen. Die Verletzungen an seinem Hinterteil kamen den Mitarbeitern seltsam vor, sie informierten die Polizei.

Für die herbeigeeilten Beamten war der Mann kein Unbekannter. „Gegen den Usedomer lag bereits ein Haftbefehl vor, da er einer Zahlungsaufforderung nicht nachgekommen war. Zur Debatte standen 200 Tage Haft. So ging es vom Krankenbett direkt in die Justizvollzugsanstalt nach Stralsund“, sagt Polizeisprecher Axel Falkenberg.

Bei den Ermittlungen der Polizei habe der Verdächtige angegeben, dass angeblich „schlechter Service“ der ausschlaggebende Grund für die Attacke auf den Dönerladen gewesen sein soll. „Da ein ausländerfeindliches Motiv jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann, hat der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Anklam die Ermittlungen zu diesem Sachverhalt übernommen“, erklärt Falkenberg. Auf der Facebook-Seite des Mannes stehen zahlreiche Beiträge, in denen die Asyl- und Einwanderungspolitik der Bundesregierung kritisiert wird. Auch Beiträge der „Alternative für Deutschland“ wurden auf der Seite öffentlich geteilt, in denen es um ein „Asyl- und Rentenchaos“ geht.

Zwei Tage nach dem Anschlag auf den Dönerladen herrschte wieder das normale Alltagsgeschäft. Die Kunden kommen, bestellen Döner, türkische Pizza und so weiter. Wie ein Mitarbeiter gegenüber OZ berichtet, war die Explosion am Sonnabend sehr laut. „Ich war hinten in der Küche und habe nur einen Knall gehört. Eine Person habe ich nicht gesehen“, sagt der Mann. Der Täter müsse dann schnell verschwunden sein. Der Mitarbeiter war allein, sein Kollege bereits im Feierabend.

Der Täter hatte es nach dem Anschlag wohl eilig. „Wahrscheinlich deponierte er den Sprengsatz auf dem Fensterbrett, drehte sich um, und dann explodierte der Sprengstoff auch schon“, schildert Axel Falkenberg. An dem Dönerladen entstand ein Sachschaden in Höhe von 1500 Euro. Eine Scheibe muss gewechselt werden, auch der Rahmen und die Hauswand wurden beschädigt.

Wie gefährlich die sogenannten Polenböller sind, beweisen zahlreiche Videos in den sozialen Netzwerken und auf Videoportalen. Sie haben die vielfache Wirkung von normalen Böllern, die zu Silvester in Deutschland erhältlich sind.

Hannes Ewert

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