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Neubukow: Rätsel um Tod eines Ehepaares

Neubukow Neubukow: Rätsel um Tod eines Ehepaares

Kripo prüft, ob die Rentner — 85 und 84 — an einer Vergiftung starben. Auslöser könnte ein illegaler Ofen gewesen sein.

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Experten der Spurensicherung und des Gefahrgutzuges der Nienhäger Wehr untersuchten am Sonntag die Wohnung.

Quelle: Stefan Tretropp

Neubukow. Ein tragischer Todesfall erschüttert Neubukow: Am späten Sonntagabend wurde in der Schliemannstadt ein älteres Ehepaar leblos in seiner Wohnung aufgefunden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des 85 Jahre alten Mannes und seiner ein Jahr jüngeren Ehefrau feststellen. Wie die beiden Neubukower ums Leben kamen, ist für die Ermittler bisher aber ein Rätsel.

Der einzige Ermittlungsansatz bisher: Aus dem alten Kachelofen im Haus könnte, so die Polizei, giftiges Kohlenstoffmonoxid ausgetreten sein. Das aber halten Fachleute für äußerst unwahrscheinlich.

„Wir müssen jetzt die Obduktion abwarten. Das kann aber einige Tage dauern“, sagt Polizeisprecher Gert Frahm.

Weil der Briefkasten des Paares an der Wismarschen Straße seit Tagen nicht mehr geleert worden war und sie das Ehepaar auch lange nicht mehr gesehen hatten, riefen Nachbarn die Polizei. „Doch auch uns öffnete niemand die Tür“, so Frahm. Nachdem schließlich ein Schlüsseldienst die Tür geöffnet hatte, fanden die Beamten die Leichen der beiden Neubukower. Noch am Sonntagabend rückten Gefahrgut-Experten der Feuerwehr Nienhagen an der Wismarschen Straße an.

Unter schwerem Atemschutz und mit Messgeräten suchten sie in der Wohnung über einem Asia-Imbiss nach Spuren des geruchlosen Gases, das beim Verbrennen entstehen kann. CO — so das chemische Kürzel des Stoffes — ist geruchlos und führt in Deutschland nach Angaben des Schornsteinfeger- Verbandes jährlich zu rund 500 Todesfällen. Zuletzt sorgte das Gas Anfang Dezember in Hamburg für Aufsehen:

In der Hansestadt starben drei Menschen nach einen COUnglück in einem Mehrfamilienhaus. 13 Personen wurden verletzt.

„In Neubukow konnten wir jedoch zunächst keine Spuren des Gases nachweisen“, sagte Kreiswehrführer Mayk Tessin gestern der OZ. Das Ergebnis der Untersuchungen vor Ort habe aber nichts zu bedeuten:

„Die Fenster in dem Gebäude sind recht undicht. Das Gas kann sich also längst verflüchtigt haben. Dass es beim Anheizen ausgetreten ist, können wir nicht ausschließen.“

Auch der Imbiss im Erdgeschoss scheide als Quelle für eine mögliche Gas-Vergiftung aus: „Die heizen mit Erdgas und Elektroherden. Da kann eigentlich nichts passieren“, so Tessin.

Hartmut Jonas, der für Neubukow zuständige Bezirksschornsteinfegermeister aus Rerik, hält eine CO-Vergiftung für höchst unwahrscheinlich: „Bei Kachelöfen passiert das eigentlich nicht.“ Und außerdem:

In der Wohnung hätte auch gar nicht mehr geheizt werden dürfen. Der nun verstorbene Ehemann und Eigentümer habe bei Jonas bereits im Jahr 2006 schriftlich den Kohle-Ofen abgemeldet. „Das Schreiben habe ich in meinen Akten. Die Kohle-Heizung wurde abgemeldet. Sie war eh schadhaft“, sagt der Fachmann. „Nach der Abmeldung hätte die Anlage auch nicht mehr genutzt werden dürfen. Sie wurde von uns auch nicht mehr überprüft.“ Zudem habe der Eigentümer zugesichert, die Wohnung nicht mehr zu nutzen. „Das kann der damalige Ordnungsamtsleiter Thorsten Semrau (Anm. d. Red.: heute Bürgermeister in Doberan) bestätigen.“

Gerüchten zufolge komme als Todesursache auch eine Lebensmittelvergiftung in Frage. Bisher kann die Polizei nur eine Straftat ausschließen: „Dafür gab es keinerlei Anzeichen. Alles andere ist bloße Spekulation“, sagt Gert Frahm.

 



Andreas Meyer

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Neubukow
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