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Aktuelle Beiträge Polizei: Fest in Jamel verlief problemfrei
Nachrichten Polizei-Report Aktuelle Beiträge Polizei: Fest in Jamel verlief problemfrei
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00:01 02.05.2016

Ein Maifest, zu dem die „Dorfgemeinschaft Jamel“ am Sonnabend eingeladen hatte, verlief laut Polizei „problemfrei“. Allerdings musste sich die Mehrheit der Gäste, die in den Ort wollten, zunächst in Geduld üben: Polizisten kontrollierten bereits kurz hinter dem Ortsausgang Gressow in Richtung Jamel alle Autos und Fahrzeugführer. Beim Fest zählten die Beamten knapp 200 Teilnehmer, darunter etwa 50 Kinder. „Straftaten haben wir nicht festgestellt, also gab es auch keine Ermittlungsverfahren“, informierte gestern ein Polizeisprecher.

Das Polizeiaufgebot hatte seinen Grund: Das Dorf Jamel, in dem viele Bewohner leben, die der rechten Szene zuzuordnen sind, sorgt seit Jahren für Schlagzeilen. Der Abriss-Unternehmer Sven Krüger, der als Kopf der „Dorfgemeinschaft“ gilt, saß einige Zeit im Kreistag, bis eine Gerichtsverhandlung und eine anschließende Haftstrafe seine kommunalpolitische Laufbahn beendeten. Waffenbesitz und Hehlerei lautete damals die Anklage.

„Natürlich steckt Kalkül dahinter, wenn zu einem ganz normalen Maifest aufgerufen wird“, hatte sich Andrea Röpke, Journalistin und Expertin für die rechte Szene, geäußert und vor einer Verharmlosung der Veranstaltung gewarnt. „Es gibt gute Gründe, weshalb sich die Organisatoren plötzlich weltoffen geben. Zu trauen ist ihnen nicht.“ Laut Röpke sind Tanzveranstaltungen „wichtiger Teil der nationalen Gegenkultur und des eigenen Brauchtums“. Zum „eigenen Brauchtum“ könnte auch die Kleidung von Jamel-Besuchern zählen: Einige Frauen und Mädchen trugen Dirndlkleider und Haarkränze. Männer ließen sich am Sonnabend in Knickerbocker-Hosen sehen. Und im Hintergrund wehte eine Fahne mit den Farben des Deutschen Reiches.

Von nw

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