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Aktuelle Beiträge Polizei beklagt: Immer mehr Gewalt in Rostock
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00:05 06.05.2017
Die Zahl der Körperverletzungen nahm 2016 in Rostock gegenüber dem Vorjahr um fast neun Prozent zu. Quelle: Fotos: Ove Arscholl, Thomas Niebuhr (2)

Zwei Serientäter hat die Polizei im vergangenen Jahr festgenommen und so gleich 70 Wohnungseinbrüche aufgeklärt. Die Aufklärungsquote bei diesem Delikt verdoppelte sich damit gegenüber 2015 gleich auf 32 Prozent. Die Rostocker Polizei stellte gestern ihre Kriminalstatistik für 2016 vor. Die Zahl der Straftaten stieg in der Hansestadt auf 20824 genauso leicht an wie die Quote der aufgeklärten Verbrechen (58,5 Prozent).

„„Das Risiko, auf der Straße Opfer zu werden, ist gesunken. Was mich besorgt, sind Wohnungsein- brüche und Kfz-Delikte.“ Sebastian Schütt Leiter Kriminalkommissariat
„„Die Cyberkrimi- nalität spiegelt sich in unserer Statistik nicht wider, weil die Fälle nach dem Tatortprinzip erfasst werden.“ Rogan Liebmann Leiter der Kriminalpolizeiinspektion

7632

von 10000

Einwohnern in MV

sind laut Statistik von Kriminalität betroffen. In der Hansestadt

lag diese Zahl im

vergangenen Jahr

höher – bei 10036.

2015 waren es noch 9718 Rostocker.

Mehr Straftaten seien eine Entwicklung, „die uns nicht glücklich macht“, sagt Rostocks Polizeichef Michael Ebert. Sorgen gegenüber 2015 bereiten vor allem steigende Zahlen von Körperverletzungen, Wohnungseinbrüchen und Autodiebstählen. Zwar gebe es weniger Raubüberfälle, aber die Gewalt nimmt zu. 1435 Fälle von Körperverletzungen wurden angezeigt, ein Plus von fast neun Prozent.

Mit 253 Wohnungseinbrüchen registrierte die Polizei den höchsten Wert seit fünf Jahren, berichtet der Leiter des Kriminalkommissariats, Sebastian Schütt. „Das Phänomen haben wir im Fokus“, gerade weil die Privatsphäre der Opfer besonders berührt werde. Hier lege die Polizei großen Wert auf Prävention. Eine Zunahme gibt es auch bei Taschendiebstählen und Diebstählen aus Kellerräumen. „Die Tendenz für 2017 zeigt aber wieder nach unten.“

Statistisch betrachtet werden jeden Tag drei Scheiben eingeschlagen, um Dinge aus einem Auto zu stehlen, beschreibt Sebastian Schütt ein Delikt, das zwar weniger registriert wurde, die Polizei aber immer noch auf hohem Niveau beschäftigt. Deutlich angestiegen ist vor allem die Zahl der Autodiebstähle – 325 Wagen verschwanden, 25,5 Prozent mehr als 2015. „Das läuft organisiert und die Autos werden verschifft und sind weg“, sagt Rogan Liebmann, Leiter der Kriminalpolizeiinspektion. Deshalb sei die Aufklärungsquote gering. Für Autos gebe es einen Markt, ergänzt Sebastian Schütt, anders als bei Motorrädern. Da sank die Zahl der Diebstähle deutlich. Auch weniger Fahrräder wurden entwendet – mit 1170 liege die Zahl aber auf einem hohen Niveau.

Insgesamt 7971 Tatverdächtige ermittelte die Polizei im vergangenen Jahr, 271 mehr als im Jahr zuvor. Rund 60 Prozent Übeltäter sind zwischen 25 und 60 Jahre alt, ein Fünftel zwischen 18 und 25. Knapp 80 Prozent (6324) haben einen deutschen und 20 Prozent (1669) keinen deutschen Pass. Ein großer Teil davon sei aber durch Verstöße gegen Asyl- und Aufenthaltsgesetze aufgefallen, so Sebastian Schütt.

Nicht enthalten in der Statistik sind Fälle von Cyberkriminalität, also Betrug im Internet oder Weitergabe von Kinderpornografie, erläutert Rogan Liebmann. Rostock ist in der Regel nicht der Tatort, dennoch verstärkt die Polizei die Aktivitäten. „Der Ermittlungsaufwand ist enorm, aber die Erfolgschancen sind gering.“

Die Zahl der Straftaten in Rostock ist 2016

gegenüber dem Vorjahr von 20055 auf 20824 leicht gestiegen. Auch die Aufklärungsquote stieg laut Statistik von 57,3 auf 58,5 Prozent. Mehr als ein Drittel

der Fälle machen Dieb-

stähle aller Art aus.

Vermögens- und

Fälschungsdelikte

folgen mit 24 Prozent. Sieben Straftaten gegen das Leben – dazu zählen auch versuchter Mord und Totschlag –

wurden registriert.

Thomas Niebuhr

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