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00:01 23.08.2016
Falschgeld ist oft nur schwer zu erkennen. Quelle: Philip Schülermann
Seehafen

Die Bundespolizei hat am Sonntag im Seehafen einen Mann festgenommen, der versucht hatte, am Ticketschalter einer Fähre mit einem falschen 50-Euro-Schein zu bezahlen. Kein Einzelfall – die Zahl der gefälschten Banknoten nimmt zu. Gegen den 32 Jahre alten Reisenden aus Polen wird nun ermittelt.

Gefälschte Banknoten

1164 falsche Banknoten zählte das Landeskriminalamt in MV 2015. Damit hat sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr (619) fast verdoppelt.

95 500 „Blüten“ registrierte die Bundeszentralbank 2015. Nennwert: 2,2 Millionen Euro. Am meisten wurden 50-Euro-Scheine (46567) gefälscht. Falsche 500-Euro-Scheine haben mit einem Prozent den geringsten Anteil.

Für den Betrüger ist es beim Versuch geblieben: Als er sich am Ticketschalter ein Fährticket kaufen wollte, reichte der Autofahrer der Mitarbeiterin einen 50-Euro-

Schein. Doch sie bemerkte, dass es sich dabei nicht um echtes Geld handelte. Ihren Verdacht habe sie gegenüber dem Mann auch angedeutet, teilt die Bundespolizei mit – der Betrüger reagierte prompt.

„Daraufhin entriss dieser der Mitarbeiterin den Geldschein, legte einen echten vor und begab sich mit seinem Fahrzeug zum Wartebereich zur Abfahrt mit der Fähre“, berichtet Frank Schmoll, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Rostock. Die Mitarbeiterin alarmierte die Beamten. Und weil sie sich Teile des Kennzeichens hatte merken können, konnte die Bundespolizei den Wagen schnell finden.

Laut LKA hat sich die Zahl der „hochwertigen Euro-Fälschungen“ von 2014 auf 2015 fast mehr als verdoppelt. 1164 Noten zählten die Beamten im vergangenen Jahr. Nicht mal im Folgejahr der Euroeinführung sei die Zahl der Fälle und der gefälschten Scheine so hoch gewesen. Die Fälschungen „stammen nach wie vor zum Großteil aus Süd- und Osteuropa“, so Synke Kern, Sprecherin des Landeskriminalamts.

Bei dem Betrüger fanden die Bundespolizisten schließlich vier falsche 50-Euro-Scheine. Alle Banknoten seien mit der gleichen Seriennummer versehen, sagt Frank Schmoll. Die Beamten des Bundespolizeireviers Überseehafen nahmen den Mann vorläufig fest und beschlagnahmten das Falschgeld. Die Ermittlungen in dem Fall hat der Kriminaldauerdienst der Landespolizei übernommen.

Der größte Teil der Fälschungen sind nach Angaben des LKA bisher in Handel, Gewerbe oder in den Geldinstituten entdeckt worden. „Bundesweit betrachtet liegt die Falschgeldkriminalität in MV auf einem niedrigen Niveau“, heißt es von den Ermittlern.

Falschgeld zu erkennen ist nicht immer einfach. Das LKA empfiehlt die „Methode Fühlen-Sehen-Kippen“. Die Prägung des Scheins erkenne man so, ebenso das Hologramm. Wie die Mitarbeiterin des Ticketschalters gemerkt hat, dass es sich um einen falschen Fünfziger handelt, dazu kann das LKA keine Angaben machen und beruft sich auf das laufende Ermittlungsverfahren.

Philip Schülermann

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