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Aktuelle Beiträge Polizei zeichnet Bürger aus: Lubminerin rettete Lkw-Fahrer
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06:56 05.01.2018
Der Leiter der Polizeiinspektion Anklam, Polizeidirektor Gunnar Mächler (3. v. r.), ehrte am Donnerstag Bürger für ihr couragiertes Handeln: Detlef Stand aus Wolgast, deren Frau Christina Habel (l.) und Tochter Samantha (2. v. l.) die Auszeichnung entgegennahmen, Diana Jürgens (r.) mit Tochter Leni (2. v. r.) und Dirk Zagelow (3. v. l.).  Quelle: Peter Binder
Anklam

Große Ehre am Donnerstag für Diana Jürgens aus Lubmin und Detlef Stang aus Wolgast. Die im Bereich Arbeitsmedizin tätige Frau und der Hausmeister eines Hotels wurden zusammen mit weiteren engagierten Bürgern von Polizeidirektor Gunnar Mächler in Anklam für ihre Zivilcourage ausgezeichnet. „Die zu ehrenden Bürger aus Ferdinandshof, aus Wolgast und aus Lubmin stehen stellvertretend für die vielen ,stillen Helden’, die sich durch ihr beherztes und couragiertes Handeln über das Jahr 2017 verdient gemacht haben“, betont Inspektionsleiter Gunnar Mächler.

Diana Jürgens erinnert sich noch genau: „Es war der 17. Mai“, sagt die Lubminerin. An diesem Tag hat sie einem Lkw-Fahrer das Leben gerettet. Der Mann war wegen gesundheitlicher Probleme mit seinem Fahrzeug auf der L 262 zwischen den Abzweigen Neuendorf und Stilow von der Straße abgekommen und auf der gegenüberliegenden Seite im Straßengraben gelandet. Diana Jürgens fand den Mann, als sie von der Arbeit nach Hause fuhr: Er war bewusstlos. Eine Polizeistreife kam vorbei und versuchte ebenfalls vergeblich, den Mann zu befreien.

„Ich bin deshalb an die Straße gelaufen und habe versucht, vorbeikommende Kraftfahrer zum Anhalten und Helfen zu bewegen – vergeblich“, schildert die 37-Jährige. Zwei Männer, einer mittleren Alters, einer um die 60, hätten ihr erklärt, dass sie weder Lust noch Zeit hätten und nicht aussteigen würden. „Dann sind sie davongefahren“, sagt Jürgens. Zum Glück habe wenig später ein junger Mann angehalten und vor dem eintreffen des Rettungswagens doch noch geholfen.

Da sie selbst im Bereich des arbeitsmedizinischen Dienstes tätig ist, kann sie bis heute nicht verstehen, dass jemand einem Schwerverletzten die Hilfe verweigert. Das hat sie am Donnerstag auch noch einmal gegenüber der Polizei betont. Denn für die Mutter einer achtjährigen Tochter war es nicht der erste Erste-Hilfe-Einsatz. „Ich bin schon zweimal auf Unfälle mit Schwerverletzten zugekommen und habe sofort angehalten und geholfen“, berichtet sie. Sie bittet daher alle Kraftfahrer, bei Unfällen anzuhalten und zu helfen. „Jeder von uns kann selbst in die Situation kommen und Hilfe benötigen. Wer das unterlässt, macht sich im übrigen strafbar.“

Auch der Wolgaster Detlef Stang wurde am Donnerstag für einen Einsatz geehrt, der sich im Mai 2017 ereignete. Der 43-Jährige rettete vermutlich Menschenleben, weil er als Hausmeister des Zinnowitzer Asgard-Hotels die Heimfahrt einer 53 Jahre alten Urlauberin, die sich betrunken ans Steuer setzen wollte. Ihr Promille-Wert: 2,12. Detlef Stang war damals von Hotelmanagerin Anna Lippmann gefragt worden, ob er den Dienstwagen schnell vor das Auto der Urlauberin parken kann. Ihr war aufgefallen, dass die Frau beim Auschecken stark angetrunken war und rief die Polizei. Die Urlauberin setzte sich dennoch hinters Steuer. „Sie versuchte noch vor- und zurückzufahren, aber da ja stand ich“, sagt Stang. Für den zweifachen Familienvater war die Tat eine Selbstverständlichkeit. „Als Vater denkt man nach. Es hätte ja die eigenen Kinder treffen können, wenn sie einen Unfall verursacht“, sagt er. Für die 53-Jährige endete der einwöchige Usedom-Urlaub auf der Polizeiwache in Wolgast. „Viele Bürger schauen zum Glück nicht weg, sie informieren die Polizei, stellen sich als Zeugen zur Verfügung oder handeln sofort“, lobt Polizeichef Mächler.

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