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Reifenstecher drangsaliert Mieter in Wolgast-Nord

Wolgast Reifenstecher drangsaliert Mieter in Wolgast-Nord

Seit August 2017 etliche Delikte / Anwohner wissen sich keinen Rat mehr

Wolgast. Immer, wenn Hartmut Blunk morgens zu seinem Auto geht, begleitet ihn ein mulmiges Gefühl. Seit etwa einem halben Jahr macht ihm und weiteren Anwohnern der Robert-Koch-Straße in Wolgast ein Reifenstecher das Leben schwer. „Es begann im August vorigen Jahres“, berichtet Hartmut Blunk, der für seinen VW Passat von der Wolgaster Wohnungswirtschafts GmbH (WoWi) einen Stellplatz an der Makarenkostraße gemietet hat. „An meinem und an vier weiteren Autos waren über Nacht jeweils zwei Reifen zerstochen worden.“

Von nun an sei es regelmäßig zu weiteren Attacken gekommen. „Immer wieder waren morgens ein oder zwei Reifen an den Autos kaputt. Auch Fahrräder waren betroffen“, erzählt der 63-Jährige, der sich bald entschloss, sich nachts auf die Lauer zu legen. Mit Erfolg: „Am 19. August 2017 gegen 1.35 Uhr beobachteten meine Frau und ich vom Fenster unserer Wohnung aus, wie eine Person zu unserem Auto schlich und sich zu einem der Räder runter beugte“, schildert der frühere Kfz-Werkstattmeister. „Als ich ihn mit der Taschenlampe anleuchtete und anbrüllte, ließ er vom Auto ab und lief zurück ins Haus.“ Er selbst sei nach unten geeilt und habe festgestellt, dass es sich um einen älteren Herrn aus der Nachbarschaft handelte, der noch in der selben Nacht von der Polizei aufgesucht worden sei.

Das nächtliche Treiben hatte ein juristisches Nachspiel. Am 11. Januar 2018 wurde der betreffende ältere Mann vom Amtsgericht Greifswald wegen versuchter Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen á 30 Euro verurteilt. „Konkret ging es um den Fall vom 19. August 2017“, so Gerichtssprecher Andreas Hennig. „Der Mann bückte sich mit dem Entschluss, die Reifen zu zerstechen“, gibt Hennig den Richterspruch wieder. Das Tatmotiv blieb allerdings im Dunkeln. Der Angeklagte sei zum Verhandlungstag nicht erschienen.

Unterdessen hatten, nach einer längeren Pause, bereits in der Adventszeit wieder mehrere Pkw an besagter Stelle regelmäßig „Plattfüße“. „Allein mein Auto war sechs Mal betroffen“, berichtet Hartmut Blunk. „Ich habe das Auto über Nacht versteckt und woanders geparkt. Manchmal hatte es morgens trotzdem platte Reifen. Oder es waren andere Autos im Umfeld unseres Aufgangs betroffen.“ Ende Dezember habe er mehrere Nächte im VW verbracht, um abermals einen Täter zu überführen, was jedoch nicht gelungen sei. Auch nach der Urteilsverkündung sei keine Ruhe eingekehrt. „Inzwischen wurden an meinem Auto insgesamt 17 Reifen zerstört. Das Tatmuster ist immer gleich: Mit einem spitzen Gegenstand wird seitlich in den Reifen gestochen, so dass keine Reparatur möglich ist.“

Wie Hartmut Blunk sagt, habe er nach jedem Fall bei der Polizei Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet: „Aber von der Staatsanwaltschaft kam in der Regel immer nach vier bis sechs Wochen der Bescheid, dass das Verfahren eingestellt wurde.“ Die Betroffenen wissen sich keinen Rat mehr. Polizei-Sprecher Axel Falkenberg unterdessen empfiehlt ihnen, sich eine Garage zu besorgen, um ihre Fahrzeuge in Sicherheit zu bringen. „Wir sind als Polizei nicht in der Lage, für konkrete Einzelpersonen Maßnahmen zu treffen, um ihr Eigentum zu schützen“, macht er klar. Verstärkte Streifentätigkeit sei möglich. „Aber Straftäter stellen sich auf regelmäßige Kontrollen ein.“ Hartmut Blunk hat sich indes mit gebrauchten Reifen eingedeckt, um für eventuelle nächste Attacken gewappnet zu sein.

Tom Schröter

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PI Anklam

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