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Aktuelle Beiträge Riesen-Fontäne in Anklamer Straße
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00:00 24.08.2018
Greifswald

Schockmoment auf der Baustelle in der Anklamer Straße: Dort, wo seit Mitte Juli eine Hauptversorgungsleitung des Greifswalder Trinkwassernetzes erneuert wird, ereignete sich gestern gegen 15 Uhr ein folgenschwerer Arbeitsunfall. Zwei Männer erlitten leichte, ein 62-jähriger Bauarbeiter schwere Verletzungen. Sie wurden mit Rettungswagen ins Klinikum transportiert. Die Arbeiten mussten abgebrochen werden.

Mit moderner Technologie wird derzeit eine Wasserleitung auf der Greifswalder Hauptverkehrsader saniert. Gestern ereignete sich ein folgenschwerer Unfall.

In einer Baugrube in Höhe des Theaters war ein Gewebeschlauch geplatzt, der zuvor mit Luftdruck und Wasser durch ein Rohr getrieben worden war. Die aufsteigende Wasserfontäne war so stark, dass es in der Folge zu Verletzungen umstehender Personen kam. „Wir bedauern den Vorfall sehr und fühlen mit den Geschädigten“, sagte Thomas Prauße, Geschäftsführer der Stadtwerke Greifswald, gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG. Das Unternehmen ist Auftraggeber der Baumaßnahme.

Prauße selbst war während des Ereignisses vor Ort, beobachtete die Szenerie unmittelbar an der Baugrube und wurde ebenso von dem kräftigen Wasserschwall überrascht wie zahlreiche Bauleute und Journalisten. Letztere waren eingeladen, um über die innovative Sanierung dieser Versorgungsleitung zu berichten – und wurden damit unbeabsichtigt Zeuge eines Misserfolgs. Mit Spannung hatten alle genau jenen Moment erwartet, in dem der Gewebeschlauch durch ein Leitungsende kommt, per Luftdruck getrieben von einer etwa einhundert Meter entfernten Baugrube. Niklas Rammert von der ausführenden Firma saß im Schacht unmittelbar vor der Öffnung, um ein Stützgewebe über den ankommenden Schlauch zu ziehen. Doch dazu kam es nicht mehr. Der Druck war offenbar so stark, dass das Gewebe platzte.

„Ich bin völlig entsetzt“, sagte Thomas Prauße wenige Minuten später. Das Verfahren sei hochmodern und sicher, habe sich anderswo vielfach bewährt. Bereits drei Teilstücke der Versorgungsleitung seien in den vergangenen Tagen auf diese Weise in der Anklamer Straße erneuert worden. Ein ähnlicher Vorfall auf Baustellen in anderen Städten sei ihm nicht bekannt. „Es handelt sich eindeutig um ein Fehlverhalten und einen Ausführungsfehler der Baufirma. Die Arbeiter hätten den Gewebeschlauch eher stoppen müssen. Stattdessen wurde er am Ende mit erhöhtem Druck durch die Leitung getrieben“, kritisierte der Geschäftsführer. Dafür müsse sich die Firma verantworten. Er erwarte heute die Geschäftsführung zu Gesprächen.

Dabei zeigte sich Prauße noch kurz zuvor völlig zufrieden mit den Arbeiten. „Mit dieser Rohrsanierung sparen wir extrem Zeit, Baukosten und haben wesentlich weniger Beeinträchtigungen des Verkehrs“, sagte er. Die Baumaßnahme koste an die 800000 Euro und sollte in maximal zehn Wochen erledigt werden. „Die Alternative war eine offene Bauweise, die uns mindestens das Doppelte gekostet hätte.

Die Anklamer Straße wäre zwischen der Europakreuzung und der Beimlerstraße sechs bis neun Monate voll gesperrt gewesen. Jetzt hingegen fließt der Verkehr einseitig“, nannte Prauße die Vorteile des Verfahrens.

Es ist eine Technologie, die nach den Worten von Stadtwerke-Mitarbeiter Sven Bausemer in Deutschland seit etwa vier Jahren bei der Erneuerung von Trinkwasserleitungen Anwendung findet. „Dabei nutzen wir das bestehende Altrohr unter der Fahrbahn“, sagt der Abteilungsleiter Netzbetrieb Wasser. Nichtsdestotrotz komme die Sanierung einem Neubau gleich. „Die Altleitung wird zunächst mit Bürsten und Kratzern mechanisch von Ablagerungen gereinigt.“ Anschließend werde als neue Leitung ein Gewebeschlauch durchgepresst, der sogenannte Liner. Dieser bestehe aus drei Lagen: Im Innern befinde sich eine wasserführende Schicht aus Polyethylen, ummantelt von Glasfaser, die wiederum von Filz umgeben sei. „Dieser Liner wird kurz vor dem Reinblasen ins Altrohr mit Harz getränkt, der später aushärtet, sodass eine feste Versorgungsleitung entsteht“, sagte Bausemer. Die sei mit etwa 364 Millimetern Durchmesser geringfügig kleiner als das alte Gussrohr, „lässt aber mehr Wasser durch, weil sie viel glatter ist“.

Nach Praußes Worten wird sich der gestrige Vorfall negativ auf die Bauzeit auswirken. Da ein neuer Liner erst hergestellt werden müsse, gehe er von einer verspäteten Fertigstellung der Arbeiten aus.

Ursprünglich hatten die Stadtwerke angekündigt, die Baumaßnahme etwa Mitte September zu beenden.

Das Projekt

Die Hauptversorgungsleitung des Greifswalder Trinkwassernetzes unter der Fahrbahn der Anklamer Straße ist etwa 130 Jahre alt. Mehrfach kam es in den vergangenen Jahren auf dem etwa 900 Meter langen Abschnitt zwischen Europakreuzung und Beimlerstraße zu Störfällen.

Der letzte große Wasserrohrbruch geschah am 20. Oktober 2017. Die Straße wurde unterspült. Etwa 1500 Kubikmeter Wasser traten innerhalb einer halben Stunde aus der Leitung, die Fahrbahn wurde unterspült, sodass sie zwischen Brink- und Beimlerstraße regelrecht absackte.

Bauarbeiter mussten in der Folge ein großes Loch graben, um die Schäden zu beheben.

Petra Hase

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